Ohne Zweifel hat der Klimawandel enorme Auswirkungen weltweit. Wenn wir jetzt nicht handeln, müssen gemäss des Stern-Berichts der britischen Regierung von 2006 jährlich 5–20% des globalen Bruttoinlandprodukts für die Folgen des Klimawandels aufgewendet werden. Wasserknappheit, Hunger, Überflutungen und andere Katastrophen verursachen enorme Kosten. Hinzu kommen zunehmend Konflikte um Ölreserven und eine unvorhersehbare Migrationswelle. Die Alternative dazu ist ein rechtzeitiges Eingreifen der Staatengemeinschaft weltweit und die Einigung auf gemeinsame Ziele zur Reduktion des CO2-Ausstosses sowie zum Schutz der Ressourcen. Sowohl über die Kosten als auch über die ehrgeizigen Klimaziele gibt es weltweit immer wieder Diskussionen. Ungeachtet dessen eröffnen die Massnahmen gegen den Klimawandel eine Fülle von Geschäftsmöglichkeiten und Neupositionierungen von Unternehmen in den Bereichen CO2-Reduktion, Effizienz und erneuerbare Energien. Das Volumen für kohlenstoffarme Energietechnologien sowie Waren und Dienstleistungen wird zukünftig auf jährlich mehrere 100 Mrd Dollar geschätzt. Politische Fördermassnahmen beflügeln die Märkte. So erhalten beispielsweise in der Schweiz ab 2009 Anbieter von erneuerbaren Energien eine Unterstützung von rund 300 Mio Fr. Die Produktion von Solarstrom oder Windenergie lohnt sich damit auch kommerziell.

Für Investoren bieten diese Märkte ein innovatives Umfeld, um aus der unbequemen Wahrheit einen Nutzen zu ziehen. Da die zukünftigen Entwicklungen ohne entsprechendes Know-how schwer vorhersehbar sind und sich der Sektor der umwelt- und klimarelevanten Unternehmensaktivitäten stetig verändert, lohnen sich für Privatanleger Einzelinvestitionen nicht. Besser beraten sind sie mit einen Klima- und Umweltfonds.

Firmen mit Potenzial

Wie werden heute die Trends von morgen evaluiert und die Unternehmen selektiert, die von den Entwicklungen mehr als andere profitieren werden? Bei Nordea liegt die Antwort in der thematischen Analyse. Firmen, die das Potenzial haben, über einen längeren Zeitraum hinweg ein überdurchschnittliches Renditewachstum zu erzielen, sollen bereits in einem frühen Stadium identifiziert werden. Nicht die kurzfristigen Trends zählen, sondern die strukturellen Wachstumstreiber. Dazu hat das Research-Team drei breitgefasste Themen bestimmt, die von den durch Ressourcenknappheit und Klimawandel bestimmten Entwicklungen positiv beeinflusst werden: Alternative Energien, Energieeffizienz und Umwelttechnologien. Sie decken von Biotreibstoffen, fortschrittliche Materialien, CO2-Management, Windenergie, sauberer Stromerzeugung und Stromeffizienz bis hin zur Kontrolle von Emissionen und Abfallmanagement eine breite Palette an Sektoren ab. Interessant sind Unternehmen, die in einem oder mehreren Bereichen aktiv sind und deren Wachstumspotenzial zum Zeitpunkt der Analyse vom Markt verkannt wird.

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Fortschrittliche Materialien

Ein Bereich mit grossem Potenzial ist der Sektor fortschrittlicher Materialien wie z. B. Carbonfasern (Kohlenstofffasern). Seit 2003 ist die Nachfrage nach der neuartigen Faser explosionsartig gestiegen, denn sie bietet gegenüber Metallen grosse Vorteile: Carbonfasern sind leichter, stärker und korrosionsbeständiger und halten extremen Temperaturen besser stand. Damit eignen sie sich für verschiedenste Anwendungen in der Industrie und bei Sportgeräten, vor allem aber in der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Angekurbelt von den schnell wachsenden Airlines im Mittleren Osten und in Asien ist hier ein enormer Bedarf an neuen, fortschrittlichen und kommerziell nutzbaren Flugzeugen vorhanden. Da durch den Einsatz von Carbonfasern der Kraftstoffverbrauch und der Ausstoss von CO2 reduziert werden kann, ist die Nachfrage in den letzten Jahren explosionsartig angestiegen und wird mittel- bis langfristig weiter zunehmen. Davon profitieren Firmen wie die amerikanische Zoltek Company Inc., die sich auf die Herstellung und Vermarktung von Kohlenstofffasern in den USA spezialisiert hat, sowie die Hexel Corporation, die Fasern für die Luft- und Raumfahrtindustrie weltweit liefert.

Durch den möglichst breiten thematischen Ansatz wird die Investmentstrategie den dynamischen und vielschichtigen Aktivitäten in der Branche gerecht und eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für gezielte Investitionen in die Gewinner des Klimawandels.