Yahoo kommt nicht vom Fleck. Obwohl das Internet-Portal noch immer zu den grössten der Welt gehört, schafft es CEO Marissa Mayer einfach nicht, daraus Kapital zu schlagen. Stattdessen versuchte sie, Investoren mit ungewissen Manövern dank einer Beteiligung am chinesischen Internetkonzern Alibaba zu besänftigen. Die Taktik droht nach hinten loszugehen.

Mayer wollte 384 Millionen Alibaba-Aktien in eine neue börsennotierte Firma namens Aabaco einbrigen. Die Yahoo-Aktionäre sollten gemäss der Höhe ihrer Anteile daran beteiligt werden. Zuletzt war Yahoo mit 15 Prozent an Alibaba beteiligt, das Aktienpaket hatte zuletzt noch gut 23 Milliarden Dollar Wert. Die ganze Transaktion hätte dank einem von der Steuerbehörde IRS bisher geduldeten Trick steuerfrei bleiben sollen. Yahoo musste inzwischen aber zugeben, dass sich die IRS geweigert hatte, eine Entscheidung im Sinne des Internet-Konzerns zu treffen.

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Gebaren wie Hedgefonds

Nun wird die Kritik an Mayer lauter als je zuvor. Denn Yahoos Geschäft, das vor allem auf Online-Werbung basiert, läuft seit Jahren schleppend. In den vergangen vier Monaten rutschte der Konzern sogar in die roten Zahlen, der Druck auf Mayer wird noch grösser.

Während einem Experten-Panel von Bloomberg reagierte Professor Scott Galloway von der NYU Stern School of Business nun besonders ungehalten über Mayers Alibaba-Pläne. «Marissa Mayer ist der überbezahlteste CEO der Geschichte», legte er los. Sie habe die schlechtesten Zukäufe in der Geschichte der Tech-Industrie getätigt und statt sich mit Beteiligungen wie jener Alibabas als Hedgefonds zu gebärden, würde sie sich besser auf die Kernkompetenz des Unternehmens fokussieren.

Galloway ging sogar so weit, sie ganz persönlich anzugreifen: «Sie bekam eine Begnadigung vom Todestrakt, weil sie mit Zwillingen schwanger ist.» Hätte sie ihre Schwangerschaft nicht bekannt gemacht, wäre sie in spätestens sechs Monaten weg vom Fenster: «Ich weiss, wie schlimm sich das anhört, aber sie wird in die Geschichte eingehen als der überbezahltester CEO.» Yahoo solle an Microsoft verkauft werden, meinte Galloway weiter.