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Urteil
Waespi zum Berufsverbot: «nicht nachvollziehbar»

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht hat Andreas Waespi ein dreijähriges Berufsverbot aufgebrummt. Der ehemalige Chef der Bank Coop erwägt eine Anfechtung.

Veröffentlicht am 29.10.2014

Für Andreas Waespi, ehemaliger Chef der Bank Coop, ist das durch die Aufsichtsbehörde erlassene Berufsverbot «nicht nachvollziehbar», wie er in einer Stellungnahme am Mittwoch schreibt.

Der Entscheid sei unverhältnismässig, erklärt Andreas Waespi schriftlich auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er werde eine Anfechtung des Entscheids der Finanzmarktaufsicht (Finma) prüfen.

Weiter schreibt Waespi, dass es ihm wichtig sei, zu betonen, dass er sich in keiner Weise bereichert habe und auch nie ein Anleger zu Schaden gekommen sei.

Konsequenzen gezogen

Aus dem Entscheid der Finma habe er zudem die Konsequenzen bereits gezogen. Er trete die Stelle als Direktionspräsident der Aargauischen Kantonalbank (AKB) nicht an und habe das Swisscanto-Verwaltungsratspräsidium per sofort abgegeben.

Bis zur Wahl des neuen Präsidenten werden seine Aufgaben bei Swisscanto durch den Vizepräsidenten Alois Vinzens, CEO der Graubündner Kantonalbank, wahrgenommen, wie die Fondsgesellschaft der Kantonalbank mitteilte

Waespi war Hauptverantwortlicher

Die Finma hat gegen den ehemaligen Bank Coop-Chef ein Berufsverbot von drei Jahren erlassen. Waespi ist laut Finma der Hauptverantwortliche dafür, dass die Bank Coop zwischen 2009 und 2013 den Börsenkurs der eigenen Aktie manipuliert hat.

«Der ehemalige CEO hat eine ganz zentrale Rolle gespielt», sagte Finma-Sprecher Tobias Lux auf Anfrage. Weitere personelle Massnahmen sind keine verfügt worden. Waespi kann den Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht und danach beim Bundesgericht anfechten.

Der AKB-Bankrat hat Waespi vor vier Monaten auf Anfang Mai 2015 zum neuen AKB-Chef gewählt. Bei der Bank Coop hat er sein Amt als CEO Anfang August abgegeben.

(sda/ise)

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