Andreas Hönger aus Nidau BE buchte beim Online-Reisebüro Ebookers eine Reise nach Barcelona für sich und seine Familie für Fr. 1546.30. Aus den Abrechnungen der Fluggesellschaft Easyjet und des Wohnungsvermittlers Dailyflats geht hervor, wie viel Ebookers bezahlen musste: Fr. 677.48 für den Flug und 409.20 Euro (umgerechnet exakt 500 Franken) für die Unterkunft.

«Aufpreis bis zu 30 Prozent»

Das macht einen Bruttogewinn für Ebookers von rund 370 Franken – fast ein Viertel des gesamten Reisepreises. Von solchen Margen können die allermeisten Branchen nur träumen. «Meiner Meinung nach ist dieser Aufschlag viel zu hoch», sagt Kunde Hönger. «Umso mehr, als ich online gebucht, also praktisch alles selbst erledigt habe.»

Als sich Hönger beim Ombudsmann der Reisebranche erkundigt, erklärt ihm eine Mitarbeiterin, dass Ebookers «bis zu 30 Prozent» draufschlage. Das sei «deutlich mehr» als bei klassischen Reisebüros. Ebookers-Marketingdirektor Matthias Thürer hingegen bezeichnet seine Marge gegenüber dem Beobachter als «Servicepauschale in branchenüblicher Höhe». Nur so könne Ebookers einen «kompetenten Kundenservice» anbieten.

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Kunde Hönger will darauf in Zukunft lieber verzichten.

 

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Schwester-Publikation «Der Beobachter».