Bei den US-Banken sprudeln die Gewinne. Im vergangenen Jahr verdienten die Institute, die der staatlichen Einlagensicherung FDIC angeschlossen sind, unterm Strich zusammen 141,3 Milliarden Dollar. Das war ein Zuwachs von 19 Prozent zum Jahr 2011 und beinahe soviel wie die 145,2 Milliarden Dollar aus dem Rekordjahr 2006.

Die Zahl problematischer Kredite sei weiter zurückgegangen, begründete FDIC-Chef Martin Gruenberg in Washington das bessere Abschneiden. Platzende Hypothekendarlehen hatten in der Finanz- und Wirtschaftskrise reihenweise Banken in den Abgrund gerissen. Doch seitdem wieder mehr US-Amerikaner Arbeit haben, hat sich auch die Zahlungsmoral gebessert.

Die Erholung der Branche spiegelt sich auch an anderer Stelle wider: Im vergangenen Jahr gingen 51 Banken pleite, nur etwa halb soviel wie 2011 und ein Drittel soviel wie 2010. Die FDIC führt aktuell noch 651 Häuser auf ihrer Liste der Problemfälle. Zuvor waren es 694. Die Behörde sichert die Kundeneinlagen in 7083 US-Banken ab. Dabei handelt es sich zumeist um kleinere regionale Institute, aber auch um Finanzkolosse wie die Bank of America .

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Diese erfreulichen Zahlen nimmt die Branche zum Anlass, die Boni wieder fliessen zu lassen. Die Bonuszahlungen an der Wall Street sind nach amtlichen Schätzungen 2012 gestiegen, haben aber noch nicht wieder das Niveau aus Zeiten vor der Krise erreicht. Die Sonderzuwendungen summierten sich auf insgesamt 20 Milliarden Dollar, wie der New Yorker Rechnungshof mitteilte. Dies sei der höchste Stand seit 2010 und im Vergleich zu 2011 ein Plus von acht Prozent. Die Summe bleibe aber hinter den Zahlen der Jahre 2006 und 2007 zurück.

Im Schnitt dürfte ein Wall-Street-Banker einen Cash-Bonus von 122'000 Dollar erhalten haben. Das entspricht einem Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Beschäftigten in der New Yorker Finanzindustrie kam dabei ironischerweise auch zugute, dass die Banken in der Metropole im vergangenen Jahr Mitarbeiter abgebaut haben. So verteilte sich der Bonustopf auf weniger Köpfe.

Wie viel Geld die Wall-Street-Banker insgesamt verdient haben, lässt sich allerdings noch nicht sagen. Die bar ausgezahlten Boni sind nur ein Teil des Einkommens. Hinzu kommen Aktien sowie das Grundgehalt. Im Jahr 2011, für welches Daten vorliegen, summierte sich das Gesamtgehalt eines Bankers auf 362'900 Dollar. Hohe Bonus-Zahlungen in der Branche waren in die Kritik geraten, als US-Banken während der Finanzkrise mit Steuergeldern gerettet werden mussten. Die Institute reagierten auf das schwächelnde Geschäft unter anderem mit Personalabbau.

Im Dezember 2012 beschäftigte das US-Finanzzentrum in Manhattan dem Bericht des Rechnungshofes zufolge insgesamt 169'700 Personen, 1000 weniger als noch ein Jahr zuvor. Dieser Trend des Arbeitsplatzabbaus dürfte weiter anhalten, so die Behörde.

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(muv/sda/awp)