JELMOLI.

Die Rechnung des Jelmoli-Mehrheitsaktionärs Georg von Opel, Jelmoli ganz zu kontrollieren, geht nicht auf. Walter Fust macht ihm einen Strich durch die Rechnung, indem er an der ausserordentlichen GV vom 7. Dezember 2007 als Vertreter der Inhaberaktionäre in den Verwaltungsrat gewählt werden will. An Fusts Wahl zweifelt keiner, wie Recherchen der «Handelszeitung» im Umfeld von Jelmoli zeigen. Von Opel kontrolliert 54,9%, Fust 14,9% der Stimmen.

Fust wird sich für einen separaten Börsengang der Immobilien samt Detailhandel und der Investmentgesellschaft stark machen. Zudem wird Fust starkes Gewicht auf das operative Geschäft legen. Immerhin sind über 1100 Mitarbeitende für Jelmoli tätig, sei es im Warenhaus, bei der Gastrokette Molino, den Seiler Hotels Zermatt oder in der Verwaltung. CEO und Verwaltungsrat Harald Pinger hat im Vergleich zu Fust wenig Erfahrung mit Schweizer Verhältnissen.

Von Opels Strategie ist unklar

Nach dem missglückten Immobiliendeal bleibt die Investmentstrategie von Georg von Opel und seiner Mannschaft unklar. Kurz vor der ausserordentlichen GV mag sich keiner der Führungsverantwortlichen dazu äussern.Geschickt haben von Opel und sein Team dafür gesorgt, dass vier bisherige VR gingen. Dazu gehören Carlo Magri, Daniel Bürki, Christian Belz und Hugo Tschirky. Im VR sitzen nun neben VR-Präsident Fust, der auf die GV hin den Hut nehmen sollte, nur noch Opel- Vertraute wie Gustav Stenbolt, Harald Pinger oder Michael Müller. Die vorgeschlagenen VR, Christopher M. Chambers als VR-Präsident, Markus Dennler und Barthélemy Helg sind alle Finanzexperten. Die Meinungsverschiedenheiten mit Unternehmer Fust werden auch nach der GV bestehen bleiben.

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