Das Ringen zwischen der Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site und den Jelmoli-Aktionären um den Übernahmepreis ist in vollem Gange. Vor gut einer Woche hat Georg von Opel sein Jelmoli-Paket von 29,9% an SPS verkauft. Diese hat darauf den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot präsentiert. Von der Offerte ist Jelmoli-VR Walter Fust, selber mit mindestens 6,6% beteiligt, allerdings nicht überzeugt.

«Bei einer Übernahme wird in der Regel ein Aufpreis bezahlt», sagt Fust gegenüber der «Handelszeitung». Er halte einen Aufpreis von 10% für fair, doch die Immobiliengesellschaft SPS denkt nicht daran, einen Aufpreis zu bezahlen. Sie offeriert bei einer Übernahme lediglich 7,7 SPS-Namensaktien für 1 Jelmoli Aktie. «Dieses Angebot ist zu tief», meint Fust. «Jelmoli ist mehr Wert.» Fust plädiert für ein besseres Umtauschverhältnis: «Ich kenne die Immobiliengesellschaft SPS gut und erachte darum einen Angebotspreis zwischen 9,5 und 10 SPS-Aktien für 1 Jelmoli-Aktie als angebracht.»

Doch SPS mag ihr Angebot nicht ändern und hält am Tauschverhältnis von 7,7 zu 1 fest. «Das Angebot ist ausgewogen und fair», sagt SPS-Sprecher Wolfgang Weber-Thedy. Der Kurs der SPS-Aktie ist seit Bekanntgabe des Übernahmeangebots vor rund einer Woche um 5,28% gesunken, der Kurs der Jelmoli-Aktie dagegen um 1,14% gestiegen.

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Bereits tauchen Spekulationen auf, wonach Fust selber das Waren-haus Jelmoli kaufen könnte. Doch das dementiert Fust. «Das Warenhaus muss bei den Immobilien bleiben. Zudem wäre in der heutigen Zeit der Rezession ein Verkauf des Warenhauses völlig falsch.»

Fust will an der kommenden Generalversammlung von Jelmoli vom 16. Juni wieder als Verwaltungsrat kandidieren. Seinen Rückzug aus dem Strategiegremium habe er damals nur angekündigt, weil Georg von Opel ihn als Verwaltungsrat nicht unterstützen wollte. Nachdem nun von Opel ausgestiegen ist, sei Fust vom Jelmoli-Verwaltungsrat gebeten worden, sich für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stellen.

Auch andere Aktionäre zögern

Trotz Divergenzen beim Übernahmeangebot will Fust nicht mit SPS auf Konfrontationskurs gehen. «Als Aktionär und Verwaltungsrat habe ich zwei Seelen in meiner Brust», sagt er. Als Verwaltungsrat sei er verpflichtet, eine Empfehlung an die Jelmoli-Aktionäre zu geben. «Dafür müssen wir das Unternehmen SPS genau prüfen und allenfalls sogar eine Due Diligence durchführen.» Andere Grossaktionäre wie zum Beispiel die Suva, die 4,7% der Jelmoli-Aktien besitzt, wollen ebenfalls die Situation prüfen, bevor sie auf das Übernahmeangebot eingehen.

Der designierte Jelmoli-Verwaltungsrat Klaus Rudolf Wecken, der 4,9% Aktien und 4% via Optionen an Jelmoli hält, erklärt: «Ich halte das Angebot der SPS - und damit stehe ich nicht allein - für zu niedrig. Ich werde meine Anteile zu diesem Preis nicht andienen, bin jedoch zuversichtlich, dass über akzeptable Konditionen eines möglichen Zusammenschlusses der Jelmoli und der SPS eine vernünftige Einigung erzielt werden kann.» So wächst nun der Druck auf SPS, das Übernahmeangebot nachzubessern.