Die Walter Meier-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2013 unter dem Strich mehr verdient, wozu in erster Linie Einmaleffekte beigetragen haben. Während der Umsatz organisch leicht schrumpfte, resultierte dank Sondereffekten ein Rekordgewinn. Gleichzeitig zur Zahlenvorlage verkündet der Konzern eine Aufteilung des Geschäfts in zwei separate Einheiten. Das Segment Entwicklung und Herstellung soll abgespalten werden, während sich die neue Walter Meier AG auf das Handels- und Servicegeschäft in der Schweiz fokussieren will.

Deutlich höherer Reingewinn

Der Umsatz summierte sich auf 702,6 Millionen Franken und liegt damit 2,1 Prozent unter der Vorjahresgrösse. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte ergab sich ein Minus 3,4 Prozent. Auf Stufe EBIT resultierte aus fortgeführten Aktivitäten ein Ergebnis von 44,6 Millionen (+2,2 Prozent), woraus sich eine EBIT-Marge von 8,1 Prozent (Vorjahr 8,4 Prozent) ergibt. Der Reingewinn fiel mit 124,6 Millionen Franken (+141,0 Prozent) gegenüber der angepassten Vorjahresbasis deutlich höher aus. Dazu beigetragen haben erhebliche Sondereffekte aus dem Verkauf der Divisionen Klima Deutschland und Tools, wie der Klima- und Fertigungstechnikkonzern am Dienstag mitteilt.

Während das Ergebnis auf Stufe EBIT aus fortgeführten Aktivitäten um 2,2 Prozent auf 44,6 Millionen Franken sank, fiel der Reingewinn dank Sondereffekten mit 124,6 Millionen Franken (+141,0 Prozent) gegenüber der angepassten Vorjahresbasis deutlich höher aus. Diese Sondereffekte schlagen sich auch im Free Cashflow nieder. Er wird mit 209,3 Millionen Franken (Vorjahr 14,6 Millionen Franken) ausgewiesen und führte nach Angaben des Unternehmens zu einer Nettoliquidität von 150,7 Millionen Franken.

Umfassender Konzernumbau

Nach intensiver Suche eines Akquisitionsziels habe der Verwaltungsrat keine adäquate Verwendungsmöglichkeit für den Bargeldbestand finden können. Die überschüssige Liquidität soll daher im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Zeitgleich fasste die Konzernleitung den Entschluss, das Schweizer Handels- und Servicegeschäft vom internationalen Entwicklungs- und Herstellungsgeschäft zu trennen. Das Segment Entwicklung und Herstellung soll als Spin-Off abgespalten werden, welches der derzeitige Verwaltungsratspräsident Silvan Meier als privater Investor weiterführen will, so die Mitteilung.

Die Gesamttransaktion soll in drei Phasen erfolgen. In einem ersten Schritt sollen die Gesellschaften des Segments Entwicklung und Herstellung in einer neuen Sub-Holdinggesellschaft unter dem Namen WM Technologie AG zusammengefasst werden. Zu diesem Zweck beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung die Auszahlung einer Sachdividende: Jeder Aktionär soll pro Walter Meier-Aktie eine Aktie der WM Technologie erhalten.

Öffentliches Kaufangebot

In der zweiten Phase sollen die überschüssigen Mittel im Umfang von maximal 150 Millionen Franken über ein Aktienrückkaufprogramm an die Aktionäre zurückgeführt werden. Je Walter Meier-Aktie soll jeder Aktionär eine Put-Option erhalten. Dabei soll maximal 25 Prozent des eingetragenen Aktienkapitals zurückgekauft werden. Bei einem Ausübungspreis von 60 Franken entspräche dies einem Rückkaufvolumen von maximal 145,6 Millionen Franken. Die definitiven Konditionen will das Unternehmen Ende März bekanntgeben. Es sei jedoch davon auszugehen, dass der Wert einer Put-Option über demjenigen der in der vergangenen Jahren ausgeschütteten Dividende von 2,50 Franken pro Aktie liegen werde.

Im dritten Schritt werde Silvan Meiers Privatholding, Greentec AG, den Aktionären der WM Technologie AG ein öffentliches Kaufangebot für alle sich im Publikum befindlichen Aktien unterbreiten, heisst es weiter. Das Angebot werde bei 21 Franken pro Aktie liegen, was einer Bewertung von WM Technologies in der Höhe von 203,9 Millionen Franken entspreche. Das Angebot stehe unter der Bedingung, dass der Spin-Off der WM Technologie AG durch die Generalversammlung der Walter Meier AG genehmigt und danach vollzogen werde. Die Angebotsfrist läuft voraussichtlich vom 14. April bis 14. Mai 2014.

Optimistischer Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr geht Walter Meier davon aus, dass der Umsatz aus den fortgeführten Aktivitäten leicht gesteigert werden kann. Auch der bereinigte EBIT sowie der Konzerngewinn sollten aufgrund schlankerer Overhead-Strukturen verbessert werden können.

Die Dividendenpolitik von 2,50 Franken pro Aktie soll in Zukunft weiterverfolgt werden. Aufgrund des niedrigen Investitionsbedarfs des Handelsgeschäfts könne die Ausschüttungsquote auf 80 bis 100 Prozent des Reingewinns erhöht werden. Dank der Gewinnverdichtung durch den Aktienrückkauf bleibe die im November kommunizierte Gewinnerwartung für das Geschäftsjahr 2014 weiterhin bei ungefähr 3 Franken pro Aktie, weshalb das Unternehmen Potenzial für eine Dividendenerhöhung sieht.

(awp/dbe/sim)

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