Der Klima- und Fertigungstechnikkonzern Walter Meier hat im ersten Halbjahr 2014 mit den fortgeführten Geschäften einen Rückgang des Umsatzes um 13,6 Prozent auf 136,6 Millionen Franken verzeichnet. Bezieht man die aufgegebenen Geschäftsbereiche mit ein, ergibt sich ein Minus von 49 Prozent auf 190,9 Millionen.

Das Ergebnis im ersten Semester ist geprägt durch den im März beschlossenen Spin-Off des Segments Entwicklung und Herstellung sowie durch den Mitte April abgeschlossenen Aktienrückkauf über 25 Prozent des ausstehenden Kapitals und ist somit nicht direkt mit dem Vorjahr vergleichbar.

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Deutlicher Rücksetzer beim Geschäft mit Fertigungslösungen

Auf vergleichbarer Basis, das heisst bereinigt um die Effekte aus dem im Juni 2013 verkauften Klima-Handelsgeschäft in Deutschland, belief sich der Umsatzrückgang in den fortgeführten Segmenten Klima und Fertigungslösungen auf 4,8 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Hierbei war das Minus im Bereich Klima mit 2,6 Prozent vergleichsweise moderat, während das volatilere Geschäft mit Fertigungslösungen gegenüber der Vorjahresperiode um knapp 16 Prozent zurückfiel.

Der Betriebsgewinn (Ebit) in den fortgeführten Geschäftsbereichen ging auf 5,3 von 8,5 Millionen Franken zurück und die Ebit-Marge um 190 Basispunkte auf 4,6 Prozent. In der Ebit-Marge sind die Konzernkosten und Konsolidierungseffekte berücksichtigt. Als Hauptgrund für diesen Rückgang führt Walter Meier den fehlenden Umsatz an, was insbesondere auf die unerwartet niedrige Investitionsbereitschaft der metallverarbeitenden Industrie in der Schweiz zurückzuführen war.

«Neues» Unternehmen entstanden

Walter Meier ist nicht mehr mit dem bisherigen Unternehmen vergleichbar. Ende Februar hatte Walter Meier zusammen mit dem Jahresergebnis bekanntgegeben, dass wegen fehlender Akquisitionsziele die Liquidität im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms an die Anteilseigner zurückgeführt werden soll. Zugleich fasste die Konzernleitung den Entschluss, das internationale Handels- und Servicegeschäft unter dem Namen WM Technologie AG als Spin-off abzuspalten. Die verbleibende Gesellschaft umfasst damit nur noch das Schweizer Handels- und Servicegeschäft, wobei sich der bisherige CEO und Mehrheitsbesitzer Silvan Meier aus der operativen Führung zurückziehen will.

Die Prognosen für das Gesamtjahr 2014 vom Februar hat das Unternehmen indes zurückgenommen. Demnach sei in den fortgeführten Geschäftsbereichen trotz des Rückstandes im Halbjahr mit einem gehaltenen Umsatz im Gesamtjahr zu rechnen. Der Rückstand beim Ebit und beim Reingewinn sei indes nicht mehr aufzuholen, deshalb dürften diese beiden Ziffern «etwas unter das Vorjahresniveau» zu liegen kommen.

Zukauf im Bereich Warmwasser

Im Februar hatte es noch geheissen, dass der Umsatz aus den fortgeführten Aktivitäten (Vorjahr knapp 314 Millionen) leicht gesteigert werden könne. Die neue Walter Meier Gruppe sollte nach dem Spin-Off einen Ebit von etwas über 26,9 Millionen Franken und einen Reingewinn von mehr als 20 Millionen Franken erwirtschaften.

Indes wurde die in Ittigen ansässige Friap Feuron AG übernommen. Das bislang eigentümergeführte Unternehmen ist ein Spezialist für Warmwasserspeicher und Boiler und hat im Geschäftsjahr 2013 mit rund 60 Mitarbeitern einen Umsatz von 19,3 Millionen Franken erzielt. Die Integration dieser Aktivitäten und die Verschmelzung mit Walter Meier im Bereich Klima soll bis Ende 2014 abgeschlossen werden, wie Walter Meier auch am Donnerstag mitteilte. Zum Kaufpreis werden keine Angaben gemacht.

(awp/vst/ama)