Die Piloten von Air Berlin verzichten im Streit um höhere Gehälter zunächst auf die angedrohten Warnstreiks. Der Arbeitskampf sei bis auf Weiteres abgesagt worden, da die Fluglinie wie gefordert ein verbessertes Angebot vorgelegt habe, teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit mit. 

Noch am Montag hatten die Piloten nach monatelangen erfolglosen Verhandlungen erklärt, ab Mitte der Woche sei mit Arbeitsniederlegungen zu rechnen. Die Pilotengewerkschaft fordert unter anderem mittelfristig eine Annäherung der Gehälter an das branchenübliche Niveau. Dabei verwies Cockpit auf Konkurrenten wie Germanwings, TUIfly oder Condor, die auf ähnlichen Strecken operieren. 

Air Berlin hat sich nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten eine Rosskur verordnet, dem jede Zehnte der 9000 Stellen zum Opfer fällt. Sparen steht im Zentrum des Sanierungsprogramms, mit dem dieses Jahr die Kosten um 200 Mio. Euro gesenkt werden sollen. Anders als mit den Piloten waren die Tarifverhandlungen mit dem Kabinenpersonal weitgehend geräuschlos verlaufen. Im vergangenen Monat hatte sich Air Berlin mit der Gewerkschaft Verdi auf einen neuen Tarifabschluss für das Bordpersonal geeinigt. 

Danach gibt es eine Nullrunde bis Jahresende, die Gehälter steigen erst ab nächstem Jahr. Zudem darf Air Berlin mit Billigung der Gewerkschaft zur Hauptreisezeit im Sommer vorübergehend 250 Saison-Kräfte anheuern.

(muv/sda)