Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hat eine dringende Sicherheitswarnung zum Langstreckenflugzeug Airbus A350-941 herausgegeben. Das Versagen einer Hydraulikpumpe könnte im schlimmsten Fall zu einer Explosion des Treibstoff-Luft-Gemischs im Tank führen.

Die Behörde schrieb den Airlines Vorsichtsmassnahmen vor, in Kürze soll ein Softwareupdate das Risiko ausräumen. Zuvor hatte die «Welt» darüber berichtet. Die EASA gibt fast täglich Warnungen zu möglichen Schwachstellen an Modellen heraus. Dies ist Teil der Sicherheitskultur in der Luftfahrt.

Test am Simulator

Die Lufthansa habe die Vorsichtsmassnahmen an den vier A350 ihrer Flotte in der vergangenen Nacht umgesetzt, sagte eine Sprecherin der Airline am Freitag. Crews und Techniker seien informiert, die Handbücher entsprechend geändert. Es gebe keine Auswirkungen auf den Flugverkehr.

Das Softwareupdate wird nach Angaben von Airbus derzeit im Simulator getestet. Es soll dafür sorgen, dass die Pumpe entsprechend überwacht wird und könne in der Nacht aufgespielt werden, die Fluggesellschaften müssten dafür ihren Flugplan nicht ändern.

Höchste Dringlichkeitsstufe

Der Airbus-Sprecher sagte, die EASA-Warnung habe die höchste Dringlichkeitsstufe, damit die Änderungen sofort umgesetzt werden. «Langfristig denken wir über eine Designänderung nach.» Die A350-Familie ist der Konkurrent von Airbus zur Boeing 787 «Dreamline». Die erste Maschine war Ende 2014 an Quatar Airways gegangen. Bislang hat Airbus rund 100 Flugzeuge des Modells A350-900 ausgeliefert.

Die Fluggesellschaft Swiss hat keine Flugzeuge des Typs A350. Sie setzt auf den Langstrecken auf das Konkurrenzprodukt 777 des Herstellers Boeing.

(sda/me)