Geduld lohnt sich. Ende der 80er Jahre kaufte Warren Buffett (auch bekannt unter dem Namen «Das Orakel aus Omaha») für 600 Mio Dollar Aktien des Rasierklingen-Spezialisten Gillette. Damals wurde das Investment von einigen Beobachtern milde belächelt. Heute ist das Paket fast 5 Mrd Dollar wert. Ein klassischer Deal von Warren Buffet, der zeigt, warum Börsianer genau hinschauen, wenn die Investmentlegende aktiv wird: Viele glauben, auf einer Buffet-Welle mitreiten und satte Gewinne einstreichen zu können ­auch wenn dies erst Jahre später der Fall ist.

Comcast, GAP und Dean Foods als Favoriten

In einer Pflichtmitteilung hat der 74-Jährige kürzlich den Bestand seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway offen gelegt. Dickste Brocken sind alte Bekannte: Coca-Cola (Kursentwicklung in den letzten 12 Monaten: ­16%) und American Express (Performance im gleichen Zeitraum: 2%).

Doch in der zweiten Reihe gab es Veränderungen, die aufhorchen lassen. So hat Buffett die Zahl seiner Comcast-Aktien auf 10 Mio verdoppelt. Der Kabelkonzern war 2004 an der Börse abgestraft worden. Neben der gescheiterten Übernahme von Disney sorgte die wachsende Konkurrenz durch Satellitenbetreiber für Unruhe. Buffett ist offenbar überzeugt, dass sich Comcast auf Grund ihrer Stärke bei Bezahlfernsehen und Internetanschlüssen durchsetzt. Seit Mitte August haben die Comcast-Aktien um mehr als 30% dazugewonnen.

Grosses Vertrauen hat Buffett auch in die Sanierung der Modekette GAP, die mit 15,4 Mio Aktien im Depot vertreten ist. CEO Paul Pressler hat zahlreiche Läden, auch in Europa, geschlossen und setzt auf neue Modekollektionen, die von prominenten Stars wie Schauspielerin Sarah Jessica Parker («Sex and the City») beworben werden.

Neu im Buffett-Depot sind auch 375000 Aktien von Dean Foods, dem grössten Milchverarbeiter der VereinigtenStaaten. Die Papiere waren nach einer Gewinnwarnung um 30% eingebrochen. Buffett setzt darauf, dass das Unternehmen vom Trend zu gesunder Ernährung profitiert und der Kurseinbruch übertrieben ist.

Nike reduziert

Der Altmeister hat aber auch verkauft. Die Papiere des Versorgers TXU sind komplett aus dem Depot verschwunden. Beim Sportartikel-Hersteller Nike ist Buffett vorsichtig: Er hat den Bestand seit September von sechs auf 2,5 Mio Aktien reduziert.

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