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Unternehmen

Warten auf bessere Zeiten

Die führenden Industrie- und Handelsunternehmen Europas erzielten im Geschäftsjahr 2001 trotz widriger Rahmenbedingungen teilweise erfreuliche Ergebnisse.

Von Kurt Bahnmüller
am 26.11.2002

«HANDELSZEITUNG»-EUROTOP-500 Die führenden Industrie- und Handelsunternehmen Europas erzielten im Geschäftsjahr 2001 trotz widriger Rahmenbedingungen teilweise erfreuliche Ergebnisse. In einigen Branchen kämpfen hingegen zahlreiche Firmen gegen rote Zahlen.

Obschon die Konjunktur seit einiger Zeit in vielen europäischen Ländern auf kleinem Feuer kocht, konnten Europas grösste Industrie-, Handels- und Dienstleistungsfirmen im Geschäftsjahr 2001 zum Teil erfreuliche Ergebnisse erzielen. Dieser Schluss lässt sich aus den vorliegenden Werten der «HandelsZeitung»-Eurotop-500-Liste (ohne Banken und Versicherer) ziehen. Von den in der neuesten Liste ­ zusammengestellt von der Firma Worldbox Business Intelligence in Zollikon ­ aufgeführten Unternehmen erzielten immerhin deren 350 einen höheren Umsatz als im Geschäftsjahr 2000. Knapp 20 Firmen steigerten ihren Absatz letztes Jahr sogar um über 50%, weitere 87 Unternehmen erhöhten ihr Umsatzvolumen um über 20%. Weitere 94 Gesellschaften verkauften immerhin noch zwischen 10 und 20% mehr als im Jahr 2000. Andererseits mussten knapp 130 Firmen einen Umsatzrückgang hinnehmen. Bei 23 Unternehmen brachen die Verkäufe um über 20% ein, weitere 20 verkauften zwischen 10 und 20% weniger.

Ein höheres Umsatzvolumen bedeutet allerdings nicht zwangsläufig auch einen besseren Ertrag. Immerhin erzielten über 420 Firmen ein positives Ergebnis, während 33 Firmen rote Zahlen schreiben mussten. Drei Konzernen ­ nämlich Shell, BP und TotalFinaElf ­ gelang es, ein Ergebnis vor Steuern von mehr als 10 Mrd Euro zu erzielen.

Weitere 63 Firmen weisen ein Ergebnis von mehr als 1 Mrd Euro aus (Tabelle Seite 52). Ein Ergebnis zwischen 501 Mio und 1 Mrd Euro erzielten 69 Unternehmen.

Unter den 30 bestverdienenden Firmen (Tabelle Die grössten Gewinner unten auf dieser Seite) sind vier Schweizer Firmen zu finden: Novartis, Nestlé, Swisscom und Roche.

Rentables Ölgeschäft

Mit Erdöl und Pillen kann man derzeit am meisten Gewinn erzielen, sind doch von den 30 Unternehmen mit dem grössten Gewinn deren sieben im Mineralölgeschaft und fünf im Bereich Pharma tätig. Vier Firmen entfallen auf den Energiesektor, je drei sind in den Sparten Automobil und Nahrungsmittel aktiv.

Aus den Kolonnen Ergebnis in Prozent des Konzernumsatzes für die Jahre 2001 und 2000 geht hervor, dass einige Gesellschaften hohe Rentabilitätsraten erzielten.14 Firmen gelang es, ein Ergebnis auszuweisen, welches zwischen 16 und 34% des Umsatzes erreichte.

Über 30 Mal rote Zahlen

33 Firmen möchten wohl mit Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung das Geschäftsjahr 2001 möglichst rasch vergessen. Am stärksten erwischt hat es 2001 die Telecomfirmen. Allen voran Vodafone mit einem Minus von 22 Mrd Euro. Dann folgen Vivendi Universal und Marconi. Angesichts der wahnwitzigen Versteigerungen der UMTS-Lizenzen, welche teilweise umgerechnet die 100-Mrd-Fr.-Grenze überschritten, überraschen solche Verluste nicht. Die völlig übertriebenen und in ihrer Höhe keineswegs gerechtfertigten Lizenzausgaben rissen erhebliche Löcher in die Erfolgsrechnung der Telecomfirmen. Aber auch die Automobilhersteller gehören ­ zumindest teilweise ­ zu den Verlierern des Jahres 2001. So mussten DaimlerChrysler, Fiat, Volvo und die Ford-Werke für 2001 rote Zahlen ausweisen.

Positiv zu werten ist die Tatsache, dass von den 30 grössten Arbeitgebern nur gerade deren acht die Belegschaft im Jahr 2001 abbauten. Neun Unternehmen erhöhten den Personalbestand letztes Jahr immerhin um mehr als 10%, vier sogar um mehr als 30%. In der Reihenfolge der grössten Arbeitgeber hat sich einiges verändert. An der Spitze steht unverändert Siemens, dann folgen neu die beiden führenden Handelsunternehmen Ahold und Carrefour, während DaimlerChrysler auf den 5. Rang abrutschte. Deutlich nach vorne rückte der Dienstleistungskonzern Compass Group.

Grossbritannien führt

Dominierende Nation innerhalb der Eurotop-500-Unternehmen ist unverändert Grossbritannien. Auf das Vereinigte Königreich entfallen in der jüngsten Tabelle 120 Firmen gegenüber 117 in der letztjährigen Ausgabe. Auf den folgenden Plätzen figurieren Deutschland mit 101 Firmen, Frankreich mit 71 und die Schweiz mit 60 Unternehmen. Die aktuellen Ränge der Schweizer sind allerdings mit der Vorjahresposition nicht vergleichbar, da die Datenerfassung geändert wurde.

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