Die Zahlen in den Neunmonats-Berichten der wichtigsten Nutzfahrzeughersteller legen Zeugnis davon ab, wie stark die Branche von der momentanen Wirtschaftsflaute betroffen ist. Nutzfahrzeuge zu produzieren, ist derzeit keine sehr motivierende Tätigkeit. «Von einer dramatisch geschrumpften Nachfrage nach Transportleistungen» und damit nach Liefer- und Lastwagen ist im Neunmonatsbericht des Daimler-Konzerns die Rede. Und auch bei den Konkurrenten der Stuttgarter sieht es nicht besser aus. Der Marktleader im weltweiten Nutzfahrzeuggeschäft, wie auch die übrigen Produzenten, leidet unter der schrumpfenden Nachfrage in allen wichtigen Absatzgebieten. Mit Rückgängen von rund 70% in Osteuropa und knapp 60% in Westeuropa sowie einem Minus in den USA und Asien von je rund 40% werden die einzelnen Hersteller von Trucks auf ein harte Probe gestellt. Neben der Absatzflaute sorgen aber auch unausgelastete Produktionskapazitäten für eine starke Belastung der Erfolgsrechnung. Das Betriebsergebnis ist denn auch bei Daimler Trucks, Volvo Trucks und MAN Nutzfahrzeuge deutlich rot. Einzig Scania hat es geschafft, ein Operating Income von 102 Mio Euro auszuweisen.

Lichtblick Busgeschäft

Interessant ist bei der Durchsicht der Neunmonats-Berichte von Daimler, MAN, Volvo und Scania, dass aller vier Hersteller im Busgeschäft gar nicht so schlecht dastehen. Daimler Buses verkaufte bis Ende September 23462 Busse (-24%) und weist ein Ebit von 137 Mio Euro (-59%) aus. MAN setzte im gleichen Zeitraum 4656 Busse (-2%) ab und weist ein positives Operatives Ergebnis von 32 Mio Euro aus. Volvos Busverkäufe reduzierten sich um 8% auf 12,7 Mio Skr. Auch bei Scania reduzierte sich der Umsatz im Busgeschäft nur um 8% auf 6,2 Mio Skr. Im kommenden Jahr rechnen die Hersteller mit einer bescheidenen Markterholung, die sich allerdings in wohl engen Grenzen halten wird.