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Markt Schweiz
Warten auf die Modelle mit Euro 6

(Bild: Bruno Arnold)

Im ersten Halbjahr 2013 wurden mit 16 821 Einheiten 7,3 Prozent weniger Nutzfahrzeuge neu in Verkehr gesetzt als im Vorjahr. Nicht alle Anbieter traf es gleich stark.

Von Kurt Bahnmüller
am 02.10.2013

Was für den europäischen Nutzfahrzeugmarkt gilt, kann auf den Schweizer Markt übertragen werden. Auch hierzulande dominieren die Minuszahlen sowohl bei den leichten wie auch bei den schweren Fahrzeugen. In den ersten sechs Monaten wurden in der Schweiz total 16 821 Lieferwagen, Transporter und schwere Fahrzeuge neu in Verkehr gesetzt. Dies entspricht im Vergleich zur Vorjahresperiode einem Minus von 7,3 Prozent. Bei den leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht fiel der Rückgang mit 6,4 Prozent etwas geringer aus.

Bei den Transportern verzeichnen nicht alle Marken ein Minus. Sechs der insgesamt 20 Anbieter in der Tabelle von Auto-Schweiz, der Vereinigung der Schweizer Autoimporteure, konnten ihren Absatz steigern. Volkswagen verteidigte die Leaderposition mit einem Plus von 8,5 Prozent. Iveco verkaufte 6,4 Prozent mehr Fahrzeuge, Fiat erreichte ein Plus von 4,6 Prozent. Renault sowie Mercedes-Benz mussten hingegen mit rückläufigen Absatzzahlen leben.

Interessant sind die Zuwachsraten in den einzelnen Gewichtskategorien in der leichten Klasse. Im Bereich 2,25–2,6 Tonnen Gesamtgewicht resultierte eine Verdoppelung der gesamten Verkäufe auf 1171 Einheiten. Dazu trug vor allem die Marke Ford bei, die ihren Absatz auf 386 Fahrzeuge verfünffachen konnte. Um das Vierfache konnte Opel den Absatz in dieser Gewichtskategorie auf 161 Einheiten steigern. Volkswagen erzielte ein Plus von 44 Prozent. Fuso verkaufte 51 Prozent mehr Fahrzeuge, allerdings auf einem deutlich tieferen Absatzlevel. In der Kategorie 3,45–3,5 Tonnen Gesamtgewicht ­reduzierten sich die Verkäufe um 5,1 Prozent auf 4656 Fahrzeuge. Diese Fahrzeuge, die bis auf ein Gesamtgewicht von rund 7 Tonnen «aufgerüstet» werden können, bleiben aber nach wie vor trotz Minus gefragt, da sie auch nachts einsetzbar sind.

Wichtigstes Lastwagensegment leidet

Bei den mittelschweren und schweren Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht sind ebenfalls rückläufige Absatzzahlen zu verzeichnen. Zwei Kategorien – die Klassen 18–26 Tonnen sowie die ganz schweren Fahrzeuge über 32 Tonnen – konnten das Vorjahresabsatzvolumen halten. Die 18-Tönner-Fahrzeuge, das wichtigste Marktsegment bei den Lastwagen in der Schweiz, verzeichneten bis Ende Juni hingegen einen Rückgang von 18 Prozent.

Die Zahlen der mittelschweren und schweren Kategorie zeigen, dass einerseits etliche Flottenbesitzer noch zögern, auf die umweltfreundlichen Euro-6-Modelle umzusteigen. Während Scania und Mercedes-Benz schon seit längerem Euro-6-­Fahrzeuge verkaufen, gelangen diese ­modernen Transporter bei anderen Herstellern erst im Laufe dieses Jahres zur Auslieferung. Sind einmal alle Marken mit ihren schweren Fahrzeugen in der Lage, das gesamte Programm in Euro 6 anzubieten, werden sich Nachfrage und Verkäufe beleben. Davon jedenfalls gehen verschiedene Schweizer Importeure aus.

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