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Mobilität
Warum Alibaba in einen Autokonzern investiert

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Xiaopeng Motors mit Chef Xiapong He: Der Konzern erhält Alibaba als Investor.Quelle: Xiaopeng

Der chinesische Onlinehändler beteiligt sich an Xiaopeng. Beim Vorstoss ins Autogeschäft spielt ein Schweizer Startup eine Rolle.

Von Marc Bürgi
am 30.01.2018

Alibaba engagiert sich im grossen Stil bei einem chinesischen Autohersteller. Der Onlinehändler investiert zusammen mit dem taiwanesischen iPhone-Fertiger Foxconn und weiteren Geldgebern umgerechnet 348 Millionen Dollar in Xiaopeng Motors (Xpeng). Bereits im Dezember hatte Alibaba sich an Xiaopeng beteiligt.

Der Konzern, erst 2014 gegründet, stellt «intelligente» Autos her. Sein neuer elektrischer Geländewagen verfügt etwa über einen Autopiloten und eine Kamera auf dem Dach, welche die Fahrt aufzeichnet.

Mit dem Einstieg bei dem chinesischen Startup verstärkt Alibaba seinen Vorstoss in die Autoindustrie. Zuvor hatte Alibaba bereits ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Autokonzern SAIC gegründet: Dieses Joint-Venture, Banma, entwickelt unter anderem eine frei zugängliche Software für intelligente Autos, AliOS.

Teil von Alibabas Engagement in der Autowelt ist auch eine Investition in der Schweiz. Alibaba beteiligte sich letztes Jahr am Startup Wayray. Die Jungfirma aus Lausanne entwickelt ein Navigations- und Unterhaltungssystem für «smarte» Fahrzeuge.

Auch die Konkurrenten investieren

Alibaba ist nicht der einzige Techkonzern, der die Autoindustrie für sich entdeckt hat – auch andere Internetgiganten investieren kräftig. Die Branche ist im Umbruch, und die Techkonzerne wollen daran Geld verdienen. Die Software ist zum wichtigsten Bestandteil eines Fahrzeugs geworden. Der Trend läuft in Richtung selbstfahrende Autos, die mit dem Internet vernetzt sind: Für Techkonzerne eröffnen sich Geschäftschancen und die Möglichkeit, an wertvolle Daten der Fahrer zu kommen.

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Ein weiterer elektrischer SUV aus China: Der Geländewagen des Startups Byton wurde im Januar an der CES in Las Vegas präsentiert.
Quelle: Keystone

Die Internetsuchmaschine Baidu und der Onlinehändler Tencent haben bei den chinesischen Auto-Startups WM Motors beziehungsweise Nio Geld gesprochen. Tencent kaufte überdies vor einem Jahr fünf Prozent am E-Autokonzern Tesla und ist eine Partnerschaft mit dem Autohersteller Guangzhou eingegangen.

Die US-Techkonzerne verfolgen ähnliche Pläne. Amazon und Apple entwickeln beispielsweise beide Software für selbstfahrende Fahrzeuge.

Kein Interesse an der Autoproduktion

Das angestammte Geschäft der Autokonzerne lockt die Techfirmen allerdings wenig. Sie interessieren sich nicht für PS, sondern Bits und Bytes. «In Zukunft werden Autos aus Software und Hardware bestehen, aber das heisst nicht, dass ein Unternehmen alles machen muss», sagte der Alibaba-Vizechef Hu Xiaoming der Zeitung «Caixin».

«Wir werden die traditionellen Auothersteller respektieren und haben die Idee verworfen, in die eigentliche Autoproduktion einzusteigen», sagte Hu. Auch Apple hat offenbar nicht die Absicht, selber Autos zu bauen – anfänglich war über eine eigene Fertigung des iPhone-Herstellers spekuliert worden.

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