Erfolgsgeschichten werden in der Schweiz viele geschrieben. In der Pharmabranche, in der Uhrenindustrie, im ­Eisenbahnbau oder in der Medizinaltechnik. Aber in der Modebranche? Da schweift der Blick nach Frankreich und Italien, er streift die USA und Grossbritannien. Aber er nimmt nur selten die Schweiz in den Fokus. Das allerdings könnte sich schon bald ändern. Denn MCM ist gerade gewaltig am Durchstarten.

Alles begann 1972 in München. Mit ­einem Coiffeursalon. Mara Cromer de­signte ein Logo für ihren Betrieb – Lorbeerzweige mit Schleife tragen die Buchstaben MCM. Es sieht aus, als könnte es römische Säulen zieren. Noch heute ziert das Logo praktisch jedes Produkt von MCM. Auf ­dessen Basis erschufen Mara Cromer und ihr Mann Michael Cromer in den 1980er Jahren ein kleines Imperium, das weit über den Coiffeursalon in München hinaus strahlte. Für Hollywood-Grössen wie ­Michael Douglas waren die Produkte von MCM ein Statussymbol, die Münchner Schickeria riss sich um die Lederwaren. MCM galt als die deutsche Antwort auf Louis Vuitton. Zu Spitzenzeiten setzte MCM fast 500 Millionen D-Mark um.