Die Meldung war eine Überraschung: Marco Illy, Chef des Schweizer Investment Bankings der CS, wird bei der neuen Schweizer Einheit die Leitung des Bereichs ­nicht mehr innehaben. Seine Nachfolge tritt sein Stellvertreter Jens Haas an. Illy wurde auf den wohlklingenden Posten des Chairman der neuen Geschäftseinheit Corporate & Investment Banking wegbefördert.

Hintergrund der Rochade soll ein Gerangel zwischen Illy und Thomas Gottstein, dem CEO der Credit Suisse (Schweiz), gewesen sein, wie Quellen aus dem Investment Banking berichten. Gottsteins wichtigstes Ziel ist das erfolgreiche IPO der Schweizer Einheit, die 2017 zu 20 bis 30 Prozent an die Börse gebracht werden soll.

Um bei den Investoren zu punkten, braucht es eine einfache Message, wie die neue Bank auf­gestellt ist. Gottsteins Botschaft an den Markt: Die Credit Suisse (Schweiz) wird nach drei Kundengruppen aufgeteilt: Privatkunden, institutionelle Kunden und Firmenkunden. Der Preis für diese eingängige Lösung: Das Investment Banking wird mit dem Firmen­kundengeschäft zur Geschäftseinheit Corporate & Investment Banking zusammengeführt. Es gibt dafür ja auch gute Gründe: Die UBS macht es genauso.

Anzeige

Für unpassend erachtet

Illy habe dieses Konzept für unpassend erachtet, heisst es aus dem Umfeld des Bankers. Wie viele andere aus dem CS-Investment-Banking soll der 56-Jährige befürchten, dass die Zusammenlegung mit dem Corporate Banking das bisher äusserst erfolgreich arbeitende ­Investment Banking schwächen könnte. Die CS behauptet seit ­Jahren die Position des Marktführers in der Schweiz und war bei ­vielen grossen Deals dabei, sei es beim Verkauf von Alcon an Novartis oder bei den IPOs von DKSH oder Leonteq. Das Investment Banking der UBS ist viel kleiner.

Doch Gottstein bewertete die ­Vorteile seines Konzepts offenbar höher als die Risiken. Es soll zudem Vorgaben von oben gegeben haben: Die Gruppenchefs Urs Rohner und Tidjane Thiam wollen beim Image der CS künftig mehr Distanz zum ­umstrittenen Investment Banking vermitteln. In der Werbekampagne wird die Schweizer Bank denn auch als Unternehmerbank positioniert, im Geiste der Gründer von 1856.

Um den langjährigen Vertrauten milde zu stimmen – Illy hatte seinen späteren Chef Gottstein 1999 selber zur CS gelotst und eng mit ihm zusammengearbeitet –, gewährt Gottstein ihm ein pekuniäres Zückerchen: Illy darf das IPO für die CS machen. Das ergibt für ihn zünftige Kommissionen und einen Millionenbonus.