Der Kopenhagener Klimagipfel Ende 2009 hat einen Schatten auf die Bemühungen geworfen, weltweit verbindliche Ziele zur Verhinderung des Klimawandels und zur Förderung nachhaltiger Entwicklung festzulegen. In diesem Bereich führende Investoren haben sich jedoch von den ausbleibenden Ergebnissen nicht abschrecken lassen und investieren weiterhin zunehmend in den vielversprechenden Sektor der nachhaltigen Energien. Private Equity als Anlageklasse könnte hierfür besonders geeignet sein.

Schnelles Wachstum

Der langfristige Trend hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaftspolitik ist nicht mehr umkehrbar. Die Handlungsrichtung wird vorgegeben durch einen immer weiter steigenden globalen Energiebedarf, steigende Kosten und eine Verknappung der traditionellen Brennstoffe, das Streben von Staaten nach Energie-Unabhängigkeit sowie die schlichte Notwendigkeit der Verhinderung des Klimawandels - dies wird nun auch von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Wegen des fortschreitenden Umdenkens dürfte der Sektor der nachhaltigen Energien das durchschnittliche Industrie-Wachstum der nächsten 10 bis 20 Jahre bei Weitem übertreffen. Es wird zum Beispiel erwartet, dass die Sektoren Emissionsminderung und umweltverträgliche Gebäude bis 2017 eine Marktgrösse von jeweils 250 Mrd Euro erreichen. Zusammengenommen entspricht dies in etwa der Grösse des amerikanischen Automobilmarktes.

Trotz der Wachstumserwartungen steckt ein Grossteil der im nachhaltigen Energiebereich aktiven Unternehmen immer noch in den Kinderschuhen und sucht nach langfristig denkendem, Mehrwert schaffendem Kapital und nach gutem Management. Die langfristig ausgerichtete Anlageklasse Private Equity, die sowohl operative als auch finanzielle Expertise mit sich bringt, kann daher einen wichtigen Beitrag zur Entfaltung des Sektors leisten.

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Für den Investor ist der Vorteil von Private Equity, dass es Zugang zu allen möglichen Investitionen in nachhaltige Energien bietet und nicht nur zu technologiegetriebenen Neugründungen am einen Ende der Risikoskala oder zu Infrastrukturobjekten am anderen Ende der Risikoskala.

Eine Frage des Prinzips

Ungefähr 250 Private-Equity-Firmen sind im Bereich der nachhaltigen Energien tätig, einige seit mehr als zehn Jahren. Wie allgemein im Private-Equity-Bereich, unterscheidet sich die Qualität der einzelnen Firmen signifikant, wobei die führenden Marktteilnehmer den grössten Teil der Wertschöpfung und somit auch Rendite gewährleisten. Daher sind die Auswahl der richtigen Private- Equity-Firmen und grösste Selektivität der Schlüssel zum Erfolg, wenn man durch Private Equity erfolgreich in nachhaltige Energien investieren möchte. In den letzten Jahren wurden Stimmen laut, die von einem Kapitalüberhang bei nachhaltigen Energien sprechen, der zu hohen Kaufpreisen und Bewertungen und schlussendlich zu einer Spekulationsblase führen könnte. In der Tat waren vor der Krise vor allem Produzenten und Zulieferer für die Solar- und Windenergie oft sehr teuer.

New Energy Finance schätzt jedoch, dass jährliche Investitionen in Höhe von 500 Mrd Euro nötig sein werden, um die momentanen Zielvorgaben zur Verringerung des CO2-Ausstosses einzuhalten. Da momentan aber nur zwischen 100 und 150 Mrd Euro pro Jahr investiert werden, gilt es mittelfristig eine grosse Lücke zu schliessen. Der 2009 durch die Finanzierungsform Private Equity in nachhaltige Energien geflossene Betrag belief sich laut New Energy Finance auf 6,4 Mrd Euro und stellt somit noch einen geringen Anteil des globalen Bedarfs dar. Schliesslich dürften Investoren, denen es bei ihren Anlagen um eine nachhaltige Auswirkung auf die Umwelt geht, ebenfalls das Thema von prinzipiengeleitetem Investieren, auch bekannt unter Socially Responsible Investing (SRI), in ihren Entscheidungsfindungsprozess mit einbeziehen wollen.

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Stimme im Management

Auch wenn solche Prinzipien für Private-Equity-Investitionen gerade erst erarbeitet und erprobt werden, ist Private Equity durch seinen langfristigen Ansatz und das aktive Einbringen in die Unternehmensführung zur Einführung und Umsetzung von SRI-Richtlinien gut geeignet. Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage unter im Bereich nachhaltiger Energien tätigen Private-Equity-Firmen, die gemeinsam von Unigestion und Ethos durchgeführt wurde, hat ergeben, dass ein Grossteil die- ser Firmen gewillt ist, ihre Berichterstattung bezüglich SRI-Krite- rien gegenüber Investoren auszubauen.