Als Facebook Anfang des Jahres Whatsapp kaufte, wollten viele Nutzer der Chat-Anwendung den Rücken kehren.  Sie fürchteten um ihre Daten und fühlten sich – im wahrsten Sinne des Wortes – an Facebook verkauft. Ein halbes Jahr später zeigt sich: Die neuesten Zahlen von Whatsapp sprechen eine gegenteilige Sprache. CEO Jan Koum hat Anfang der Woche per Tweet bekannt gegeben, dass WhatsApp nun 600 Millionen aktive Nutzer hat.

Das sind rund 150 Millionen Nutzer mehr zum Zeitpunkt der Facebook-Übernahme im Februar. Damals wuchs Whatsapp um knapp eine Million Nutzer pro Tag - derzeit sind es 25 Millionen Nutzer pro Monat. Der Boom hält also an. Warum sind viele Nutzer trotz der Bedenken um ihre Privatsphäre bei Whatsapp geblieben?

«Nicht bereit für den Wechsel»

 «Viele Nutzer bleiben dort, weil einige ihrer Kontakte noch nicht bereit sind, auf eine Alternative zu wechseln, die ihre Privatsphäre ernst nimmt», sagt Martin Blatter, Mitgründer und Entwickler der Whatsapp-Alternative «Threema». Die App ermöglicht durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eine abhörsichere Kommunikation. Nach eigenen Angaben konnte auch Threema in den vergangenen Monaten einen Nutzerzuwachs verzeichnen.

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«Das Bewusstsein für einen sorgsamen Umgang mit privaten Daten trotz aller Abhör- und Datenschutz-Skandale scheint noch nicht überall angekommen zu sein», bemängelt Martin Blatter. Er fügt an: «Letztlich muss sich der Nutzer auch darauf einstellen, dass Sicherheit etwas kostet. Niemand hat etwas zu verschenken. Wenn die App gratis ist, dann bezahlt man in der einen oder der anderen Form mit seinen Daten.»