Natürlich kann er ein Flugzeug lenken - wenn auch «nur» kleine Sportflieger. Harry Hoh-meister, der seit 20 Jahren tief im Airline-Geschäft verwurzelt ist und per 1. Juli das Steuer der Schweizer Fluggesellschaft Swiss von Christoph Franz übernimmt, gibt sich im Interview mit der «Handelszeitung» als bescheidener Macher, harter Arbeiter und als unnachgiebiger Kostenprüfer.

«Ich mag Herausforderungen und versuche, viele komplexe Themen unter einen Hut zu bringen», sagt Hohmeister über sich. So stehen die Chancen gut, dass es Hohmeister gelingt, die Airline im turbulenten Geschäftsjahr 2009 profitabel zu halten. Das jedenfalls ist sein erklärtes Ziel. Derzeit ist er noch Swiss-Netzwerk- und Vertriebschef.

Zwar musste Swiss empfindliche Rückschläge hinnehmen. So erlitt die Airline in den vergangenen Monaten einen Passagierrückgang im zweistelligen Prozentbereich in den wichtigen Segmenten First und Business Class. 6% der für den Sommer geplanten Langstrecken wurden reduziert. «Das ist nicht schön, weil die Produktivität der Flotte abnimmt», räumt Hohmeister ein. «Aber unser Streckennetz ist nicht in Frage gestellt.» Derzeit stehen andere Massnahmen im Vordergrund: Neben striktem Kostenmanagement und mehr Druck im Verkauf ist das Kapazitätsmanagement zentral. Zwei neue Destinationen, Peking und San Francisco, liegen auf Eis. Die Strecken würden «nicht mehr in diesem Jahrzehnt» aufgenommen, bestätigt Hohmeister.

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