Fokus: Die UBS hat ihre wichtigsten Kennzahlen (Gewinn, Kapitalisierung, Neugelder) für das zweite Quartal bereits am 22. Juli vorab veröffentlicht (siehe Ergebnis), wobei diese insgesamt über den Erwartungen ausfielen. Entsprechend dürfte der Fokus bei den Detailresultaten, also etwa der Entwicklung bei der Investmentbank oder im Wealth Management, liegen.

Seit die UBS Ende Oktober letzten Jahres den beschleunigten Umbau der Bank kommuniziert hat, interessiert Marktteilnehmer vor allem, wie weit sie auf dem Weg dorthin schon fortgeschritten ist. Die Bank will bekanntlich den Fokus mehr auf das Wealth Management und weg vom Investment Banking richten. Bei letzterem konzentriert sich die Bank auf die «traditionellen Stärken» in den Bereichen Aktien, Devisen und Edelmetalle. Dagegen soll ein Rückzug aus gewissen Sparten im Fixed Income Bereich, die unrentabel geworden sind, erfolgen. Entsprechend dürfte die UBS Investment Bank hinter der Entwicklung der US-Konkurrenten, die alle sehr starke Resultate in diesem Bereich zeigten, etwas zurückbleiben.

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Im Wealth Management (WM) Geschäft liegt das Interesse vor allem auf der Bruttomarge und der Entwicklung der Neugelder. Die Marge hatte sich im Vorquartal nach einem schwachen vierten Quartal um 6 Basispunkte (BP) auf 91 BP erhöht, lag damit aber weiterhin unter dem langfristigen Zielwert von 95 bis 105 BP. Man schaue dabei allerdings weniger auf die Entwicklung von Quartal zu Quartal, sondern auf die längerfristige Entwicklung, hiess es.

Die WM-Einheiten hatten im ersten Quartal Nettoneugelder von rund 24 Milliarden Franken erhalten. Dabei stammten 15 Milliarden aus der Division Wealth Management, was laut den UBS-Angaben der höchste Quartalswert seit 2007 war, und 9 Milliarden vom Wealth Management Americas. Im zweiten Quartal waren es gemäss den provisorischen Zahlen mit knapp 13 Milliarden noch gut die Hälfte.

Interessieren dürften auch Aussagen zum Marktumfeld. Die CS-Spitze, die ihre Zahlen am Donnerstag präsentierte, liess verlauten, der Zinsanstieg habe gegen Ende des zweiten Quartals zu höherer Marktvolatilität und geringerer Kundenaktivität geführt. Dies habe sich bis in den Juli fortgesetzt, allerdings habe es in letzter Zeit Anzeichen einer Stabilisierung in den grössten Märkten gegeben.

Ziele: Die Bank hat sich zusammen mit der Ankündigung des grossen Umbaus im letzten Oktober zum Teil neue Ziele gesetzt. Unter anderem will sie nach abgeschlossenem Konzernumbau ab dem Jahr 2015 eine Eigenkapitalrendite von mindestens 15 Prozent erreichen. In den Zwischenjahren 2013 und 2014 rechnet das Management mit einer EK-Rendite im mittleren einstelligen Bereich. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis im Gesamtkonzern soll ab 2015 noch 60 bis 70 Prozent betragen.

Ergebnis: Die Bank hat im zweiten Quartal gemäss ihren Angaben einen operativen Vorsteuergewinn von rund 1,02 Milliarden Franken und einen Reingewinn von rund 690 Millionen Franken erwirtschaftet. Im operativen Vorsteuergewinn ist eine Belastung von 865 Millionen Franken für Rechtsfälle sowie sonstige Rückstellungen und Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte enthalten. Rund 700 Millionen wurden zu Lasten der Rechnung des Corporate Centre im «Non-Core» und «Legacy Portfolio» verbucht, rund 100 Millionen wurden beim Wealth Management im Zusammenhang mit dem Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Grossbritannien abgeschrieben. Der bereinigte Vorsteuergewinn lag entsprechend bei rund 1,89 Milliarden Franken.

Juristisches: Zusammen mit den Zahlen berichtete die UBS über eine Einigung in einem Streit in den USA mit der Federal Housing Finance Agency (FHFA), die sich auf Forderungen im Zusammenhang mit Aktivitäten im Bereich hypothekarkredit-gesicherter Wertschriften (RMBS) in den Jahren 2004 bis 2007 bezog. Die vollen Kosten dieser Einigung seien durch Rückstellungen gedeckt, die im zweiten Quartal 2013 oder früher gemacht worden seien.

Ein grosser Teil der oben erwähnten 700 Millionen dürften also dafür verwendet worden sein. Wie die FHFA, die für die beiden grössten staatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zuständige Aufsichtsbehörde, nun am Donnerstag mitteilte, leistet die UBS eine Zahlung von 885 Millionen Dollar (828 Millionen Franken). Demnach zahlt die UBS rund 415 Millionen Dollar an Fannie Mae und 470 Millionen an Freddie Mac. Im Gegenzug lasse die FHFA ihre Vorwürfe fallen, die Grossbank habe die beiden professionellen Investoren bei Hypotheken-Geschäften in die Irre geführt.

Damit hat die UBS aber nur einen von diversen laufenden Rechtsfällen abgeschlossen. Weitere offene Fälle sind unter anderem im Geschäftsbericht 2012 auf den Seiten 91 bis 99 zu finden.

Personalabbau: Laut Angaben vom Oktober 2012 sollen in den nächsten drei Jahren rund 10'000 Stellen wegfallen, davon 2500 in der Schweiz. Im vierten Quartal 2012 sank der Bestand um 1117 Stellen, im ersten Quartal 2013 um 846 auf noch 61'782. Zuletzt waren aufgrund des guten Geschäftsganges aber immer wieder Spekulationen aufgekommen, die Bank könnte den Personalabbau gestoppt haben.

RWA: Per Ende März 2013 lag der Wert der risikogewichteten Aktiven (Basel-III-RWA auf Basis einer vollständigen Umsetzung) bei 259 Milliarden Franken, was eine minimale Zunahme im Vergleich zu Ende Jahr bedeutet hatte. 2012 war insgesamt eine Abnahme um 122 Milliarden beziehungsweise 32 Prozent erfolgt. Die Bilanz war 2012 zudem um 158 Milliarden Franken verkürzt worden. 

Dividende: Im Fokus steht auch immer wieder die Dividende bzw. die Dividendenpolitik. Die Bankführung kündigte vor einiger Zeit an, dass die Ausschüttungsquote bei 50 Prozent oder darüber sein werde, sobald die Kapitalziele erreicht seien. UBS erwartet dies (13 Prozent Basel III auf vollst. Basis) laut früheren Angaben von Konzernchef Ermotti 2014, zum Halbjahr 2013 lag sie laut den proviorischen Angaben von letzter Woche bei 11,2 Prozent.

Aktienkurs: Die UBS-Aktie liegt (Stand Montagmorgen, 17,58 Franken) derzeit rund 23 Prozent höher als zum Jahresende 2012 (CS +25 Prozent, SMI +14 Prozent). Die am 22. Juli vorab veröffentlichten Q2-Zahlen waren gut aufgenommen worden und brachten den Kurs auf ein neues Jahreshoch beziehungsweise. den höchsten Kurs seit Februar 2011.

(tno/vst/awp)