AQUA ART . Was hat ein Wasserhahn mit Emotionen zu tun? «Viel», sagt Paul Curty, Mitbegründer der Firma Aqua Art AG. Noch mehr, wenn die Umwelt dabei profitiert. Und es lässt sich damit Geld verdienen. Alles das trifft auf den AquaClic zu. Das Prinzip ist schnell erklärt: Ein normaler Wasserhahn lässt bis zu 15 l Wasser pro Minute durch. Viel mehr als nötig. AquaClic ist der Spar-Aufsatz, der nur noch 6 l durchlässt. Ein durchschnittlicher Haushalt kann so jährlich 1000 l Wasser einsparen.

Emotionales Produkt

Die Idee von Wassersparprodukten ist nicht neu. Umso erstaunlicher erscheint die Erfolgsgeschichte des AquaClic. «Wir machten aus einem technischen ein emotionales Produkt», erklärt Curty. Gemeinsam mit seiner Frau Michèle Sidler begann er vor über zehn Jahren, aus den unauffälligen verchromten Aufsätzen farbige mit ganz speziellen Sujets zu entwickeln. Mit Erfolg. Sechs Künstler haben bis heute über 160 Motive kreiert. Vom einfachen Schweizer Kreuz über Meereswelten bis zu surrealen Bildern. Es kamen Auftragsarbeiten für Unternehmen dazu, die einen Beitrag zur Ökologie leisten wollen. Wie Von Roll zum Beispiel. «Die meisten unserer Teile werden in der Schweiz hergestellt», sagt Michèle Sidler stolz. «Swissness» ist ein Teil der Unternehmensphilosophie.» Die Firma Aqua Art AG hat ihren Sitz in Zürich-Oerlikon. Marketing, Produktion und Versand befinden sich im gleichen Haus. Gekocht wird in der Firmenküche und gegessen gemeinsam im Pausenraum der Fabrik.

Ein Ex-Weltenretter

Wo die Idee für das Produkt AquaClic geboren wurde, können die beiden nicht mehr genau erörtern. Gestartet hatten sie mit nichts, Geld von Banken gab es keines. Und zwar «on the job» – er als gelernter Schreiner und Betriebsökonom, sie als kaufmännische Angestellte und Computerfachfrau. «Ganz am Anfang wollten wir vor allem die Welt retten», schmunzelt Sidler. Sie mussten aber bald realisieren, dass niemand an grauen Wasserhahnaufsätzen interessiert war. Und Wassersparen allein war kein Thema. Dann kam die zündende Idee: Für jeden Geschmack den entsprechenden AquaClic. Am besten möglichst viele verschiedene, die für Abwechslung im Bad oder in der Küche sorgen. Ganz wie das «Swatch»-Prinzip.

Anzeige

Farben brachten Durchbruch

Erste Verkaufsversuche führten die beiden in Einkaufszentren durch. «Wir merkten bald, dass der farbige AquaClic bei den Leuten auf reges Interesse stiess.» Heute wie damals zeigt der eigens entwickelte Showbrunnen für Interessenten auf, wie viel Wasser sich durch die einfache Massnahme einsparen lässt. Und fast genauso wichtig: «Der Strahl ist angenehm füllig und spritzt nicht. Zudem sammelt sich weniger Kalk an», erklärt Paul Curty. Damit wären die vier Grundpfeiler der verfolgten Unternehmensstrategie beisammen: Ökonomie, Ökologie, Design und Komfort. Das Kataloggeschäft (beispielsweise über die Naturschutzorganisation WWF und den Verkehrsclub VCS) sind ein wichtiger Absatzkanal. Ein zweiter: Zufriedene Kunden, die ihren Kollegen davon erzählen. Zudem arbeitet die Firma mit Gemeinden zusammen, die einen Beitrag zum Wassersparen leisten wollen. Immer mehr Bestellungen kommen – auch über das Internet – aus dem Ausland. Sogar von der australischen Regierung. «Wir haben gar keine Zeit, uns gross ums Marketing zu kümmern», sagt Sidler. Neue Produkte werden trotzdem lanciert.

Fiasko mit Duschbrause

Etwa die Duschbrause Elégance. Der Konstruktionsfehler eines Ingenieurs führte dazu, dass ein Teil der ausgelieferten Duschbrausen zerbrach. Lieferstopps, Umtausch und Rückzahlungen waren die Folge. «Das war ein riesiger finanzieller Verlust», blickt Michèle Sidler zurück. Nur dank dem Erfolg von AquaClic sei das Fiasko verkraftbar gewesen. Seit kurzem ist Elégance wieder im Handel. Selbst den Sturz vom Eiffelturm würde die Brause jetzt schadlos überstehen. Mehr als 150000 Produkte verkaufte die Firma 2006. Und das Unternehmerpaar ist überzeugt: Das Potenzial zum Wassersparen ist noch längstens nicht ausgeschöpft. Mit den Diskussionen um Klimaerwärmung und CO2 liegen sie ganz im Trend. «Wir wollen weltweit Marktleader werden und bis zu 100 Arbeitsplätze in der Region schaffen», so Paul Curty. Gemeinsam kochen werden die Mitarbeiter von Aqua Art dann aber wohl nicht mehr können.

Anzeige

Name:

Gründung:

Führung:

Beschäftigte:

Umsatz

Produkte:

Internet: