Das Erdöl-Serviceunternehmen Weatherford hat im vierten Quartal 2012 einen Rekordumsatz erzielt. Dennoch resultierte unter dem Strich ein tiefrotes Ergebnis und auch auf operative Stufe fiel der Gewinn deutlich geringer aus als in der Vergleichsperiode. Beim Ausblick blieb Weatherford vage.

Im Vergleich zur Vorjahresperiode stieg der Umsatz um 9 Prozent auf 4,06 Milliarden US-Dollar, teilte Weatherford mit. Der Betriebsgewinn wird mit 245 Millionen US-Dollar (-38 Prozent) und der Verlust mit 122 Millionen US-Dollar nach einem Verlust von 13 Millionen US-Dollar im Vorjahr ausgewiesen. Damit resultierte ein Verlust pro Aktie von 0,16 US-Dollar nach einem Verlust von 0,02 US-Dollar.

Weatherford hat per Quartalsende seine Schulden um 207 Millionen US-Dollar reduziert. Dies vor allem als Folge der um 111 Millionen US-Dollar sinkenden Betriebsmittel, wie das Unternehmen schreibt. Die Investitionen sanken auf rund 478 Millionen US-Dollar nach 540 Millionen US-Dollar.

In die roten Zahlen gerutscht

Anzeige

Der Ölförder-Dienstleister ist im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Das an der Schweizer Börse kotierte US-amerikanische Unternehmen weist für 2012 einen Verlust von 778 Millionen Dollar aus.

Im Vorjahr hatte Weatherford noch 189 Millionen Dollar Gewinn erzielt. Das Betriebsergebnis sackte von 1,31 Milliarden auf 298 Millionen Dollar ab, wie das Unternehmen bekanntgab. Hauptgrund für das schlechtere Ergebnis sind Wertberichtigungen auf Beteiligungen, die den Konzern 793 Millionen Dollar kosteten.

Für das laufende Jahr erwartet Weatherford in Nordamerika eine neutrale Geschäftsentwicklung. International rechnet das Unternehmen mit einer Fortsetzung des Wachstums, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Nordamerika rückläufig, international auf Wachstumskurs

Nach Regionen aufgeteilt sank der Umsatz in Nordamerika um 1 Prozent auf 1,68 Milliarden. Dies im Einklang mit der fortlaufenden Reduktion der Förderanlagen in der Region sowie dem anhaltenden Überangebot bei den Fracking-Kapazitäten, heisst es. Auf operativer Ebene brach der Betriebsgewinn um 41 Prozent auf 226 Millionen US-Dollar ein.

Im Mittleren Osten/Nordafrika/Asien stieg der Umsatz um 26 Prozent auf 851 Millione US-Dollar. Das Wachstum sei breit abgestützt gewesen und auch den zusätzlichen Aktivitäten in Saudi-Arabien, Kuweit und Oman zu verdanken, begründet Weatherford den Anstieg. Der Betriebsgewinn schoss gleichzeitig überproportional um 71 Prozent auf 58 Millionen US-Dollar in die Höhe.

Der Umsatz in Europa/Westafrika stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 10 Prozent auf 669 Millionen US-Dollar. Der Umsatzanstieg sei vor allem in Russland, Rumänien und Norwegen angefallen, schreibt das Unternehmen. Trotz Umsatzanstieg sank der Betriebsgewinn um 26 Prozent auf 59 Millionen US-Dollar, was auf geringere Geschäftsaktivitäten in Aserbeidschan, Westafrika und UK zurückzuführen sei, wie es heisst.

Der regionale Umsatz in Lateinamerika summierte sich auf 856 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg um 18 Prozent entspricht. Demgegenüber stieg der Betriebsgewinn um lediglich 10 Prozent auf 125 Millionen US-Dollar. Treiber der Entwicklung war laut Weatherford das Geschäft in Mexiko und Argentinien.

Anzeige

Ausblick wenig konkret

Für 2013 erwartet das Unternehmen für sein Nordamerikageschäft ein moderates Umsatz- und Betriebsgewinnwachstum. International rechnet Weatherford mit einem weiteren Wachstum und steigenden Margen in Lateinamerika.

In der östlichen Hemisphäre werden Verbesserungen mit Wachstum in Europa, Westafrika und Russland und einer Fortsetzung der Erholung in Ost- und Nordafrika sowie Asien prognostiziert.

Zudem rechnet Weatherford 2013 mit einer effektiven Steuerrate von 34 Prozent.

(chb/aho/sda/awp)