Auch wenn die Staaten es in Kopenhagen verpasst haben, aggressive Ziele zur CO?-Emmissionsreduktion zu setzen, gehört der Klimawandel bei institutionellen Anlegern zuoberst auf die Agenda. Der Klimawandel verändert das Investitions- und Geschäftsklima und erfordert eine Anpassung der Unternehmens- und Anlagestrategie.

Von den mit dem Klimawandel verbundenen physischen und regulatorischen Risiken sind unterschiedliche Branchen verschieden stark betroffen: Die Agrarwirtschaft und der Versicherungssektor zum Beispiel müssen sich auf die direkten Folgen der Erderwärmung wie extreme Wetterkapriolen und einen steigenden Meeresspiegel einstellen, grosse Treibhausgasemittenten auf gesetzliche Emissionsgrenzwerte.

Risiken bringen auch Chancen

Zugleich gilt es, die mit dem Klimawandel einhergehenden Anlagechancen zu nutzen. Denn den hohen wirtschaftlichen Kosten des Klimawandels stehen enorme Wachstumspotenziale im Bereich der energie- und ökoeffizienten Technologien und Dienstleistungen gegenüber. Während politische Initiativen und die Einführung von CO?-Emissionszertifikaten für Unternehmen und Branchen mit hohen CO?-Emissionen neue und zu überwindende regulatorische Hürden darstellen, profitieren andere Firmen von der Integration von Umwelt- und Ökoeffizienzkriterien in die Produktentwicklung. Dass bei immer mehr institutionellen Anlegern inzwischen eine systematische Integration der Risiken des Klimawandels in ihre Anlagestrategien zu beobachten ist, liegt sicherlich auch daran, dass die in der Vergangenheit häufig gehörte Annahme, Nachhaltigkeitsinvestments könnten die Anlageerträge schmälern, inzwischen vielfach widerlegt worden ist. Anderseits sollten beispielsweise Pensionskassen als Treuhänder fremder Vermögen prüfen, wie sie erhebliche Risiken für das ihnen anvertraute Geld im Interesse der Endanleger angemessen absichern.

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Ausschluss von Unternehmen

Die Investmentansätze, um den Klimawandel im Depot zu antizipieren, sind vielfältig. Sie sollten aber in jedem Fall ganzheitlich aufgesetzt sein und alle relevanten Bereiche - von der Eindämmung des Klimawandels bis zu Anpassungen an seine Folgen - abdecken. Für institutionelle Investoren kann ein verstärkter Ausschluss von Unternehmen mit einer schlechten Klimabilanz einen ersten Schritt in der Berücksichtigung von Klimarisiken in ihren Anlageprozessen darstellen. Im Aktienbereich sind Themenfonds mit einer Fokussierung auf Strategien zur Bewältigung des Klimawandels denkbar, während mit Private Equity in den Clean-Tech-Sektor investiert werden kann. Bei Immobilieninvestments sollte das ökologische Profil der Anlageobjekte berücksichtigt werden, wobei der Fokus auf ökoeffizienten Gebäuden mit einer überlegenen Energie- und Wassereffizienz liegen sollte.

Bei der Asset-Allokation innerhalb von Aktien- oder Unternehmensanleihenportfolios können Investoren bewusst entscheiden, Klimarisiken zu meiden oder die mit dem Klimawandel verbundenen Chancen zu nutzen - indem sie in marktführende Unternehmen investieren oder auf Firmen setzen, die ihre Produkte und Dienstleistungen aktiv auf das neue Geschäftsfeld ausrichten. Durch die direkte Integration der mit dem Klimawandel einhergehenden erhöhten Risiken und Unsicherheiten profitieren Grossanleger letztlich doppelt: Der Klimaschutz erzeugt langfristige Ertragschancen, und das angelegte Kapital unterstützt die Entwicklung neuer Unternehmen und klimafreundlicher Technologien.