IM TEST. Wenn nur nicht diese unsinnige Typenbezeichnung wäre, die offenbar dem Wortschatz eines Nomadenstammes aus dem südwestlichen Iran entlehnt worden ist und deshalb fremdländisch daher kommt, bei uns aber ähnlich viel phonetischen Spielraum offen lässt wie seinerzeit die Aussprache des polnischen Oppositionsführers Lech Walesa. Einigen wird man sich wohl – ob falsch oder richtig – auf «Kasch-kai». Das ist einer der wenigen Makel, die es am unauffällig auffälligen Alleskönner von Nissan auszusetzen gibt. Denn das Konzept, der Verschnitt zwischen einer Limousine und einem Sport Utiliy Vehicle (SUV), hat Überzeugendes an sich. Vor allem für jüngere Menschen, die in städtischen Agglomerationen leben, die aber bis dato favorisierte Limousinen oder Kombis zunehmend als langweilig empfinden, anderseits zugleich aber SUV-Modelle zu gross und zu aggressiv einstufen. Ihnen, der urbanen Bevölkerung, kommt Nissans Konzept mit dem kompakten, 4,31 m langen und 1,78 m breiten Crossover weitestgehend entgegen. Zumal der Qashqai trotz seines ungewöhnlichen Designs – manche meinen, der Entwurf sei etwas gar mutig – nicht mehr Verkehrsfläche als eine typische Limousine des C-Segments beansprucht.

2007 Blitzstart in der Schweiz

Der Schritt hin zum idealen automobilen Format macht sich für Nissan bezahlt, vor allem auch, weil der Konkurrent des VW-Golf optional mit Allradantrieb erhältlich ist. Das erklärt, weshalb im Premierejahr hierzulande in den ersten neun Monaten 1670 Qashqai neu immatrikuliert wurden. Damit bewegt sich Nissans Jüngster in den gleichen Regionen wie der Renault Mégane, der Toyota RAV 4, die Mercedes-A-Klasse oder der Volvo V50. Und könnte Nissan der Nachfrage gerecht werden, ohne auf eher längere Lieferfristen zu vertrösten, so wäre wohl die 2500er Marke 2007 zu knacken gewesen.Jedenfalls erfreut sich das Fahrzeug, das in England entworfen und konsequenterweise heute auch dort gebaut wird, einer positiven Aufnahme. Weil neben der Verarbeitung auch der Komfort, besonders in der Ausstattungsvariante «Tekna» (auch hier wieder eine arg gekünstelt wirkende Benennung) mit bequemen Ledersesseln, einem 1 m2 grossen Glasdach und Navigationshilfe, keine Wünsche offen lässt.

Diesel die spritzigere Variante

Bei der Motorisierung ist dem 2-l-Benzinmotor der 2,0-l-Turbodiesel vorzuziehen; der Benziner ist trotz seiner 145 PS etwas gar träge und relativ durstig (um die 9 l). Mehr Fahrspass bereitet hingegen der mit Nissans Allianzpartner Renault entwickelte, mit Drücken bis zu 1600 bar arbeitende Direkteinspritzer. Der Selbstzünder liefert stramme 150 PS und ein maximales Drehmoment von 320 Nm. Die entsprechenden Fahrleistungen sind akzeptabel, sie sorgen im Konkurrenzvergleich für einen sicheren Mittelfeldplatz. Das gilt auch für den Verbrauch, den man sich allerdings noch etwas unter der 7-l-Marke wünschen würde.

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