Die voranschreitende Globalisierung stellt Industriefirmen wie auch Anleger vor grosse Herausforderungen. Wurden die Weltwirtschaft und damit auch die Finanzmärkte bis vor Kurzem von einigen wenigen westlichen Ländern getrieben, haben sich in den letzten Jahren aufstrebende Nationen zu bedeutenden Teilnehmern im globalen Wechselspiel entwickelt.

Es reicht heute nicht mehr aus, nur die Entwicklungen in den USA zu verfolgen. Um Investitionsopportunitäten auf globaler Ebene vergleichen und gewinnmaximierend nutzen zu können, müssen nicht nur immer mehr Einzelfaktoren, sondern auch deren gegenseitige Abhängigkeiten erfasst werden. Erst die ganzheitliche Analyse der verschiedenen Einflussgrössen vermittelt ein schlüssiges Bild über die jeweilige Börsenlage. Die hohe Komplexität führt dazu, dass selbst Profis den roten Faden verlieren und sich im verzweigten Finanzlabyrinth verirren.

Zur Ableitung sinnvoller Anlagestrategien muss eine Fülle von Faktoren einzeln und im Verbund auf ihre Relevanz überprüft werden. Erfolgreiches Anlegen ist immer mehr auch mit gutem Datenmanagement gleichzusetzen.

Das exponentielle Wachstum an Informationen überfordert das menschliche Gehirn zusehends. Wurden etwa auf Unternehmensebene vor weniger als 20 Jahren nur Jahres- oder Halbjahreszahlen veröffentlicht, so geben Firmen heute Quartalszahlen oder gar Updates innerhalb des Quartals bekannt. Anleger verlaufen sich im immer dichter werdenden Finanzdatendschungel und verlieren das grosse Bild aus den Augen.

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Banken respektive Research-Häuser begegnen diesen menschlichen Kapazitätsproblemen mit einer zunehmenden Spezialisierung. Aktienanalysten decken beispielsweise heute rund 15 Unternehmen ab und werden von Sektoren- und Stilstrategen unterstützt. Zum Problem, dass auf diesem Wege kaum die 1500 global wichtigsten Unternehmen analysiert werden können - denn welches Institut beschäftigt schon 100 Analysten - gesellt sich die grosse Herausforderung, die Analyseansätze und Ansichten der verschiedenen Bereiche in ein stimmiges Ganzes überzuführen. Die einzelne Person «schützt» sich vor der zunehmenden Datenflut durch eine natürliche Komplexitätsreduktion. Entweder wird der zuletzt veröffentlichte Datenkranz in der Entscheidungsfindung besonders stark gewichtet oder jene Informationen werden herausgegriffen, welche die individuelle emotionale Verfassung besonders gut widerspiegeln. Beide Wege werden in der Finanzindustrie mit mehr oder weniger Erfolg praktiziert. Die Gefahr, damit in eine Sackgasse im Finanzlabyrinth zu gelangen, ist aber beträchtlich.

Erfahrung alleine reicht nicht

Finanzmarktkenntnisse und Erfahrung alleine reichen nicht mehr aus, um Anlageerfolge zu feiern. Zu komplex wurde das Finanzsystem in jüngster Zeit. Es sind neue Konzepte gefragt. Finanzmarkt-Know-how muss mehr und mehr mit einem zielgerichteten Datenmanagement kombiniert werden. Erst die symbiotische Verknüpfung der Kompetenz von Anlagespezialisten mit der Rechnerleistung erlaubt es, die unzähligen Wechselwirkungen und die immense Datenflut auf globaler Ebene zu filtern und aufzubereiten.

Aufbauend auf dem Wissen der Anlagespezialisten und basierend auf empirischer Evidenz, unterstützt der Computer eine systematische und konsequente Entscheidungsfindung und trennt Relevantes von Irrelevantem. Die sinnvolle Verknüpfung von Finanzmarktwissen mit modernster IT hilft den Anlegern, den schnellsten Ausweg aus dem Finanzlabyrinth zu finden.

Besonders hilfreich an dieser fortschrittlichen und systematischen Verwaltungsmethode ist der Schutz vor negativen emotionalen Verhaltensmustern. Einzelne Nachrichten werden damit aufgrund ihrer Aktualität nicht deutlich stärker gewichtet als angemessen. Übertriebener Optimismus oder Pessimismus eines einzelnen Anlegers oder der ganzen Finanzindustrie können damit ausgeblendet werden. Emotionen der Anleger lassen sich durch den Einsatz von systematischen Prozessen gezielt nutzen.

Fortschrittliche Methode

Warum nicht mehr Investoren auf diese systematische und fortschrittliche Weise investieren, liegt zum einen daran, dass es privaten Anlegern in der Regel an Finanzmarkt- oder IT-Kompetenz mangelt. Zum andern tun sich die grossen Banken oft schwer damit, ein Umdenken im Anlageprozess voranzutreiben, da zu viele Stellen auf dem gewohnten System basieren.

Zusätzlich hat der Mensch Mühe damit, die endgültige Entscheidung und damit die Verantwortung aus der Hand zu geben. Dies, obwohl modernste Rechner nur das tun, was ihnen von Fachspezialisten aufgetragen wird. Diese Gründe mögen zwar ein Hindernis darstellen, aber immer mehr kleinere Investment-Boutiquen vor allem in den USA setzen auf das symbiotische Zusammenspiel von IT- und Finanzmarktkompetenz. Die erzielten Resultate geben den Befürwortern dieser Art der Verwaltungsmethode in einer Zeit immer emotionalerer Märkte und grösserer Datenmengen recht.