Die Glarner Kantonalbank (GLKB) darf an die Börse gehen und maximal dreieinhalb Millionen Aktien zur Kapitalerhöhung herausgeben. Das Glarner Kantonsparlament, der 60-köpfige Landrat, stimmte der Kapitalerhöhung am Mittwoch oppositionslos zu.

Das Kapital der Bank soll durch die Ausgabe von 3,5 Millionen Aktien zu 10 Franken Nominalwert um 35 Millionen auf 110 Millionen Franken erhöht werden. Wobei der Kanton die Kontrolle über die Bank behalten will.

Auch Personen ausserhalb des Kantons angesprochen

Regierung und Bankenchefs beabsichtigen, die Glarner Bevölkerung mit einer Volksaktie direkt am Geschäftsergebnis der GLKB teilhaben zu lassen. Das Wertpapier kann allerdings auch von Personen und Investoren ausserhalb des Kantons gekauft werden.

Der Börsengang soll noch vor den Sommerferien erfolgen. Die Suche nach einem strategischen Partner wird deswegen zurückgestellt. Die einschlägigen Verhandlungen mit potenziellen Partnern waren bislang stets daran gescheitert, dass der Kanton gesetzlich verpflichtet ist, die Mehrheit am Geldinstitut zu halten.

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Gute Erfahrungen im Thurgau

Potenzial für die Volksaktien scheint im Kanton Glarus durchaus vorhanden zu sein. Die Regierung liess durch die Steuerverwaltung das Depot- und Kontovolumen der Glarner Stimmberechtigten auswerten. Herausgekommen ist ein Volumen von 4,2 Milliarden Franken.

Die Glarner Kantonalbank ist nicht das einzige kantonale Geldinstitut, das den Gang an die Börse wagt. Die Thurgauer Kantonalbank machte diesen Schritt Anfang April und sehr gute Erfahrungen damit. Die Bank konnte über zwei Millionen Partizipationsscheine zum angepeilten Höchstpreis absetzen, und der Kurs der Wertpapier stieg steil in die Höhe.

(sda/vst/moh)