Die USA fordern Deutschland offiziell auf, den in Frankfurt inhaftierten Banker der ehemaligen Bank Wegelin auszuliefern. Anfang April haben die Amerikaner den deutschen Behörden – kurz vor Fristablauf – ein Auslieferungsgesuch zugestellt.

Banker Roger K. sitzt derzeit im Frankfurter Gefängnis III. Seine Anwälte kämpfen gegen eine Auslieferung in die USA. «Wir werden in Kürze unsere ablehnende Stellungnahme zur Auslieferung von Roger K. einreichen», sagt der Schweizer Verteidiger des Beschuldigten, der zusammen mit einem Anwalt in Deutschland für den Banker tätig ist. «Dann wird das Gericht entscheiden.»

Parallelen zum Fall Raoul Weil

Laut einem Insider sind die Chancen klein, dass Roger K. von Deutschland geschützt und entsprechend nicht an die Amerikaner ausgeliefert wird. Bei der Bank Wegelin kümmerte er sich um Offshore-Kunden, darunter auch Kunden aus den USA. Anfang 2012 wurde K. zusammen mit zwei weiteren Wegelin-Beratern von der US-Justiz der Verschwörung zur Steuerhinterziehung angeklagt. Der Fall erinnert an den ehemaligen UBS-Banker Raoul Weil, der in Bologna festgenommen wurde und in die USA ausgeliefert wurde.

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