Die Aufgabe des Mindestkurses belastet das Reisegeschäft von Hotelplan Suisse. «Wegen der Franken-Aufwertung müssen wir nun einen Abschreiber von voraussichtlich fünf Millionen Franken vornehmen, da wir Leistungen noch zum alten Kurs eingekauft haben», sagte CEO Kurt Eberhard in einem Interview.

Dennoch rechnet er damit, dass es zu keinem erneuten Rückfall in die roten Zahlen kommt. «Der Abschreiber ist für uns nicht unerheblich. Hotelplan Suisse wird im laufenden Geschäftsjahr zwar erneut schwarze Zahlen schreiben, aber weniger gute wie im Vorjahr», so Eberhard gegenüber dem «Sonntagsblick».

«Griechenland wird möglichen Grexit überleben»

Fürs laufende Geschäftsjahr erwartet er offenbar einen Umsatz auf Vorjahreshöhe. Aufgrund der Terrorwelle in Tunesien rechnet er mit einem Einbruch bei den Badeferienbuchungen und mit Stornierungen.

Bei Griechenland sehe die Sache anders aus. Die Buchungen liegen 14 Prozent über Vorjahr. Trotz drohenden Staatsbankrotts geht er nicht von einem Buchungsrückgang aus. «Griechenland wird einen möglichen Grexit überleben», so Eberhard.

Hotelplan prüft Klage gegen Swiss-Mutter

Der Streit um eine neue Buchungsgebühr für die Reisebüros geht in die nächste Runde. «Wir prüfen rechtliche Schritte gegen die Lufthansa-Gruppe», so Eberhard. Zudem unterstütze die Migros-Reisetochter eine mögliche Klage des Reisebüro-Verbands gegen die Airline. Am Montag treffen sich die Beteiligten zu ersten Gesprächen.

Eberhard prüft zudem, ob die Wettbewerbsbehörden eingeschaltet werden können. Der Lufthansa-Konzern will per 1. September eine Buchungsgebühr bei Flugtickets einführen – auch bei der Tochtergesellschaft Swiss – wenn die Reisebüros nicht bei der Swiss selbst Tickets buchen.

(moh)