Der Abwehrkampf gegen Laxey verschlingt jährlich rund 3 Mio Fr. Ist das nicht unsinnig?

Anton Affentranger: Wir haben letztes Jahr nicht 3, sondern 2 Mio Fr. dafür ausgegeben. Und das ist nicht unsinnig, denn damit schützen wir die Rechte unse- rer freien Aktionäre und die Werte, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden und die Laxey verscherbeln will.

Dem würde Laxey wohl widersprechen. Obwohl der britische Hedge-Fonds über 50% der Aktien gekauft hat, akzeptieren Sie Laxey nicht als Grossinvestor.

Affentranger: Laxey hat diese Beteiligung nachweislich zum grössten Teil illegal und im Wissen um die Lex-Koller-Restriktionen aufgebaut. Der Verwaltungsrat hält im Interesse des Unternehmens unverändert an seiner Eintra-gungspraxis für ausländische Ak-tionäre fest.

Haben Sie den Investmentchef von Laxey, Roger Bühler, kürzlich getroffen?

Affentranger: Ich habe Herrn Bühler nicht getroffen.

Wollen Sie ihn demnächst treffen?

Affentranger: Wenn ich ihn demnächst treffen würde, werde ich dies sicherlich nicht den Medien mitteilen.

Wäre es sinnvoll, wenn Sie einen ausländischen Partner, wie etwa Strabag, an Implenia beteiligen liessen und mit ihm zusammenarbeiten würden?

Affentranger: In der Beurteilung des Verwaltungsrates hat das in den letzten drei Jahren keinen Sinn gemacht. Bis jetzt hat das weder ein ausländischer Partner noch wir als sinnvoll betrachtet.

Hat Implenia Interesse an der Übernahme der Karl Steiner AG, wie zu lesen war?

Affentranger: Spekulationen der Medien kommentiere ich nicht.

Was halten Sie vom Unternehmen Karl Steiner?

Affentranger: Das ist ein guter Konkurrent, den wir im Markt spüren.

Sind Sie bezüglich eines neuen CEO bereits fündig geworden?

Affentranger: Nein.

Implenia-Verwaltungsrat Toni Wicki teilte uns mit, dass bis Ende 2010 Implenia wieder einen neuen CEO bestimmt haben wird. Sie sind ursprünglich Banker. Suchen Sie in der Baubranche nach einem Nachfolger?

Affentranger: Über interne Vorgänge informieren wir dann, wenn sie spruchreif sind.

Sind Ihre Auftragsbücher immer noch so voll?

Affentranger: Wie Sie unserem Halbjahresbericht entnehmen können, sind unsere Auftragsbücher so voll wie noch nie. Wir verzeichnen einen Rekordauftragsbestand.

Und was erwarten Sie künftig?

Affentranger: Aufgrund unseres guten Halbjahresergebnisses und unseres guten Auftragsbestands erwarten wir für das ganze Geschäftsjahr einen stabilen Umsatz und ein leicht über dem bereinigten Vorjahresresultat liegendes Konzernergebnis.

Ihre Margen allerdings sind relativ tief.

Affentranger: Die Margen in der traditionellen Baubranche sind tatsächlich relativ tief. Aus diesem Grund verfolgen wir die Strategie, die dem Bauen vor- und nachgelagerten, margenstärkeren Aktivitäten auszubauen. Das gelingt uns auch: Im 1. Halbjahr konnten wir die Betriebsmarge gegenüber dem Vorjahr um 7% steigern.

Wollen Sie Personal abbauen, um Kosten zu sparen?

Affentranger: Nein. Wir stellen im Gegenteil nach wie vor mehr Leute an. Es besteht ein Bedarf an qualifizierten Kaderleuten.

Worin besteht für Sie heute die grösste Schwierigkeit?

Affentranger: Das Unternehmen weiterhin erfolgreich in einem schwierigen Marktumfeld zu führen und zu positionieren.

Was meinen Sie mit schwierigem Marktumfeld?

Affentranger: Wir befinden uns wegen Laxey nach wie vor in einer Ausnahmesituation, die uns herausfordert. Aber wie das gute Halbjahresresultat zeigt, schlagen wir uns trotzdem gut.