Der Sturm «Friederike» wütet heftig in Deutschland: Ab 16 Uhr hat die Deutsche Bahn im ganzen Land den Schienenverkehr eingestellt. Züge, die unterwegs seien, werden aber noch bis zum Ziel fahren, sagt ein Sprecher. In Deutschland wird bereits ein Toter wegen des Sturms beklagt. 

Auch strichen mehrere Flughäfen aus Sicherheitsgründen Flüge. Am Flughafen Düsseldorf fielen zehn Flüge aus.

Auf dem Flughafengelände seien Sicherheitsmassnahmen ergriffen worden, sagte ein Airport-Sprecher. So seien etwa Gepäckcontainer gesichert und die Flugzeughallen geschlossen worden. Auch am Flughafen München blieben einige Flieger am Boden.

Wetterdienst warnt vor Orkanböen

In einigen deutschen Bundesländern fiel der Schulunterricht aus. Im Westen Deutschlands und auf dem Brocken im Harz wehte der Wind am Vormittag besonders heftig – teils mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde.

In Regionen, in denen Orkanböen drohen, empfehlen Meteorologen, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Sie warnen vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen.

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«Friederike» wird der Vorhersage zufolge in einem breiten Streifen von Nordrhein-Westfalen und dem südlichen Niedersachsen über Nord- und Mittelhessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und am Nachmittag bis nach Sachsen und Südbrandenburg ziehen. Der Wetterdienst warnte vor orkanartigen Böen.

Auch in der Schweiz fallen Züge und Bahnen aus

Das Sturmtief «Friederike» ist auch in der Schweiz aktiv: Am Donnerstagmorgen mussten wegen der starken Winde erneut zahlreiche Bahnen und Züge ihren Betrieb einstellen. Betroffen waren unter anderem die Jungfraujochbahn im Berner Oberland, die Pilatusbahnen im Kanton Luzern und die Verbindungen Visp-Täsch und Aigle-Les Diablerets im Wallis.

Auch der Betrieb der Luftseilbahn zwischen Beatenberg und Niederhorn im Kanton Bern wurde eingestellt, wie den SBB-Bahnverkehrsinformationen am Donnerstag zu entnehmen war. Auf der Bahnstrecke Schaffhausen-Singen blockierte ein umgestürzter Baum die Verbindung.

Wegen der Winde unterbrochen waren ausserdem die Linie Gossau SG-Wasserauen und der Schiffsbetrieb auf dem Genfersee zwischen Lausanne-Ouchy VD und dem französischen Thonon-les-Bains. Die Linie Andermatt-Disentis/Muster (UR/GR) blieb wegen Lawinengefahr gesperrt.

Weiterhin nur beschränkt befahrbar ist die Bahnstrecke Oensingen-Oberbuchsiten auf der Linie Solothurn-Olten. Sturmböen hatten am Mittwoch das Dach eines Unterstandes auf dem Gelände des Zeughauses in Oensingen auf die Bahngleise geweht. Dabei wurden ein Strommast und die Stromleitung beschädigt. Die Arbeiten an der beschädigten Fahrleitung laufen gemäss SBB auf Hochtouren.

(sda/tdr/mg)