Der weltgrösste Reisekonzern Tui bekommt die Krisen in wichtigen Ferienländern deutlich zu spüren. Die Sommerbuchungen für die Türkei seien im Vergleich zum Vorjahr bislang um 40 Prozent eingebrochen, teilte der Tui-Konzern am Dienstag mit.

Der Rückgang habe Folgen, da das Land traditionell einer der grössten Reisemärkte sei, sagte Co-Chef Friedrich Joussen, der den Konzern künftig allein führt. Trotz der Unsicherheiten hält Tui aber an seiner Geschäftsprognose fest und will im Geschäftsjahr 2015/16, das bis Ende September dauert, das operative Ergebnis um mindestens zehn Prozent steigern.

Weniger Verlust

Im erstem Geschäftsquartal, das im Dezember endete, konnte Tui trotz der Krisen in Ägypten und Tunesien den operativen Verlust leicht eindämmen. Der um Sondereffekte bereinigte operative Verlust (Ebita) schrumpfte um drei Prozent auf knapp 102 Millionen Euro.

Während die konzerneigenen Kreuzfahrtschiffe und Hotels operativ Gewinne einfuhren, führten der harte Preiskampf in Deutschland und ungünstige Wechselkurse dazu, dass die Reiseveranstaltersparte höhere Verluste verbuchte.

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Miese Wintersaison

Im Winter schreiben Tourismusunternehmen üblicherweise rote Zahlen – Geld wird erst mit Badeurlauben im Sommer verdient.

Zu Beginn dieses Winters – im ersten Geschäftsquartal –, liess der schwierige Börsengang der Container-Reederei Hapag-Lloyd den saisontypischen Nettoverlust jedoch zusätzlich anschwellen. Er stieg um gut drei Viertel auf 184 Millionen Euro. Tui musste den Wert der verbliebenen Hapag-Beteiligung um knapp 42 Millionen Euro nach unten korrigieren.

(sda/ise/ama)