Das Bundesamt für Statistik zeigt es deutlich: Im letzten Jahr haben 83% der Wohnbevölkerung zwischen 25 und 64 Jahren mindestens eine Form der Weiterbildung für sich in Anspruch genommen.

Doch trotz dem neuen Bildungsgesetz, das eventuell um 2012 herum Tatsache wird, muss in der Schweiz noch viel geschehen, um den Zugang zur Bildung gerechter zu machen. Wie Studien unter anderem der ETH zeigen, steigt die Chance auf Weiterbildung immer dann, wenn das Einkommen bereits besser ist und die Positionierung im Unternehmen höher. Gerade Frauen sind deshalb in einer schwierigen Situation, und ihr oft zurückhaltendes Verhalten auch während der Ausbildung lässt sie gegenüber ihren männlichen Kollegen oft schlechter dastehen.
Die Wirtschaft ist im Umbruch, und die «Employability», die Attraktivität gegenüber möglichen Arbeitgebern, muss rundum weiter verbessert werden – und da reicht es nicht, auf den Anstoss seitens der Arbeitgeberin zu warten. Und das gilt durchaus nicht nur für die vielzitierten High Potentials und die Schon-Kaderleute, sondern für alle Angestellten. Erfreulich ist immerhin, dass das Bewusstsein dafür in der Schweiz in den letzten Jahren merklich gestiegen ist.
Was in der Theorie so einfach klingt, erweist sich bei der praktischen Umsetzung allerdings oft als schwieriges Unterfangen. Bildet man sich on the job weiter, drohen Stress, Neid und Gerüchte über baldiges «Davonfliegen». Die Alternative: Das Pensum reduzieren oder gar eine Vollzeit-Weiterbildung in Angriff nehmen. Doch das können sich durchaus nicht alle leisten – da ist die immer noch herrschende Ungerechtigkeit im Schweizer Steuersystem bei der Abzugsfähigkeit nur eines der vielen Hindernisse.

Es bewegt sich etwas

Oft sind es auch die Vorgesetzten, die kein Interesse an solch einer langfristigen Investition haben – verkennend, dass sich solch ein Verhalten in Zukunft meist doch rächt. Wer seine Beschäftigten gut behandelt, muss auch nicht mit illoyalem Verhalten rechnen, sondern erhöht die Attraktivität nicht nur des Arbeitsplatzes, sondern auch des Unternehmens.
Zum Glück haben einige Frauen diese Hürde überwunden und bieten wie etwa Annette B. Isenschmid Kader-Weiterbildungen extra für Frauen an. Und das Schöne daran: Die Kurse florieren, und vorab grosse Unternehmen machen ihren Kaderfrauen, den «Senior Female Business Leaders», solche Besuche möglich. Und auch wenn KMU weniger Geld haben: Auch hier könnten sie mit Kreativität viel erreichen.

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