Nachdem Novartis letzte Woche in den USA wegen eines Bestechungssystems beim Medikament Myfortic angeklagt wurde, droht dem Konzern eine Schadenersatzklage noch viel grösseren Ausmasses: Die Ermittlungen sollen nicht nur das vergleichsweise nebensächliche Nierentransplantations-Medikament Myfortic, sondern auch zwei der grössten Kassenschlager betreffen. Das berichtet die «Schweiz am Sonntag» in ihrer jüngsten Ausgabe. 

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Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara soll Novartis laut dem Zeitungsbericht verdächtigen, auch bei ihrem bestverkauften Medikament, dem Krebsmittel Glivec (Umsatz: 4,7 Milliarden Dollar) und dem Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya (Umsatz: 1,2 Milliarden Dollar) bestochen zu haben. «Es handelt sich um dieselbe Untersuchung», bestätigt der Novartis-Sprecher den Bericht der «Schweiz am Sonntag». 

In seinem Jahresbericht vom Februar hatte der Konzern die laufenden Ermittlungen verklausuliert erwähnt. Die von Staatsanwalt Peet Bharara am 23. April eingereichte Klage bezog sich aber ausschliesslich auf Myfortic. Damit scheint laut «Schweiz am Sonntag» klar zu sein, dass die Ermittlungen im bedeutenderen Fall von Glivec und Gilenya noch am Laufen seien und Novartis eine dritte, weitaus bedeutendere Klage drohe.

Bei einer Verurteilung im Myfortic-Fall erwarten Fachleute eine Busse im Bereich mehrerer hundert Millionen Dollar, wie die «Schweiz am Sonntag» schreibt. Da es bei Glivec und Gilenya um deutlich mehr Geld gehe, dürfte sich die Busse hier eher im Milliarden- als im Millionenbereich bewegen.

(muv)