Der heutige Umsatzausweis deckt sich weitgehend mit der Gewinnwarnung vom Dezember. Gilt dies auch bezüglich der angekündigten Ebit-Marge von 12 bis 13%?

Artur Rodecker: Die Angaben vom Dezember haben nach wie vor Gültigkeit. Einzelheiten zum Jahresabschluss werden wir im März veröffentlichen.

Das Geschäftsjahr 2009 ist enttäuschend verlaufen.

Rodecker: Das 2. Halbjahr 2009 war für uns sehr schwierig, insbesondere in der Kältetechnik. Und auch das laufende Jahr stellt in den Bereichen Wärme- und Kältetechnik eine Herausforderung dar, weil die Märkte geraume Zeit brauchen, um sich zu erholen.

Was ist im wichtigsten Bereich Wärmetechnik zu erwarten?

Rodecker: Wir erwarten eher ein verhaltenes 1. Halbjahr 2010 und gehen dann im 2. Halbjahr von einer zunehmenden Stabilisierung von wesentlichen Kernmärkten in der Wärmetechnik aus, nachdem wir 2009 teils starke Rückgänge verkraften mussten. Alles in allem erwarten wir eine leichte Erholung, womit wir gegenüber dem Vorjahr ein kleineres, einstelliges Wachstum erzielen sollten.

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Welche Treiber sorgen für das leichte Wachstum?

Rodecker: 2009 sind die Märkte für Wärmepumpen in Europa nach dem Hype im Vorjahr um rund 10% eingebrochen, in Frankreich und Deutschland noch deutlich stärker. Schulthess hat letztes Jahr nur in Deutschland starke Einbussen erlebt. In unseren anderen Märkten konnten wir diesen Verlust aber nicht ganz wettmachen.

Weshalb ist es zum Einbruch in Deutschland gekommen?

Rodecker: In Deutschland ist der Markt im 4. Quartal eingebrochen, nachdem wir noch im September ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr hatten. Grund dafür war der markante Einbruch im Renovationsgeschäft. Wegen des relativ tiefen Heizölpreises haben die Kunden auf grössere Modernisierungen verzichtet, auch weil teilweise das Kapital dazu gefehlt hat.

Welche Entwicklung erwarten Sie beim Ölpreis?

Rodecker: Die Experten erwarten steigende Öl- und Gaspreise an der Rohstoffbörse. Der Heizölpreis hinkt dieser Entwicklung hinterher. Dies dürfte die Nachfrage im nächsten Jahr wieder erhöhen, da sich bereits geringe Preiserhöhungen beim Heizöl positiv auf unser Geschäft auswirken.

Welche Ziele streben Sie im Bereich Kältetechnik an?

Rodecker: Das Jahr 2010 dürfte nochmals schwierig werden. Die Wirtschaftskrise ist noch nicht ausgestanden, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau. Eine Erholung im für uns wichtigen Markt Deutschland erwarten wir erst gegen Ende des Jahres. Unser Ziel ist daher eine Stabilisierung des Bereiches, sodass wir 2010 ein möglichst ausgeglichenes Ergebnis präsentieren können. Die 2009 eingeleitete Restrukturierung, die mit dem Abbau von einem Drittel der Belegschaft verbunden war, wird sich erst 2010 vollends im Ergebnis niederschlagen.

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Planen Sie weitere Massnahmen, falls die erwartete Stabilisierung nicht eintrifft?

Rodecker: In den nächsten zwei bis drei Monaten wird sich weisen, in welche Richtung sich das Geschäft entwickelt. Wenn wir keine Stabilisierung erkennen, werden wir reagieren müssen. Zu denken ist dabei an Kurzarbeit in Deutschland oder gar an einen weiteren Personalabbau. Wir müssen noch flexibler werden. Insgesamt haben wir aber Indikatoren aus der Industrie, dass 2010 wieder verstärkt investiert werden dürfte. Wir haben 2010 konservativ geplant.

Und was erwarten Sie in der Waschtechnik?

Rodecker: Wir gehen von einem kleinen Wachstum aus. Die von uns im 2. Halbjahr 2009 lancierten Produkte sind am Markt hervorragend angekommen. Diesen Drive wollen wir auch ins laufende Jahr mitnehmen. Zudem dürften sich auch die Exportaktivitäten langsam wieder erholen.

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Wird Schulthess auch zukünftig an der aktuellen Struktur mit den drei Standbeinen festhalten?

Rodecker: Ja, prinzipiell sind wir so gut aufgestellt. In der Kältetechnik müssen wir den Turnaround schaffen. Dazu prüfen wir sämtliche Möglichkeiten, auch Kooperationen. Ziel ist es, dass wir auch Ende 2010 die drei Standbeine haben.