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Weko: «BMW hat am meisten Wellen geworfen»

Neuer Weko-Chef: Patrik Ducrey

Patrick Ducrey, stellvertretender Direktor und Kommunikationsbeauftragter der Weko. (Bild: Keystone)

Quelle: Keystone

Millionenbussen im Kampf gegen Marktabschottung, Preiskartelle und ungerechtfertigte Gebühren: Die Wettbewerbskommission zeigt sich angriffig. Sehen Sie hier die Fälle des Jahres - und das Fazit von W

Von Volker Strohm und Timo Nowack
am 18.12.2012

Unternehmen in der Luftfahrtspedition werden von der Eidgenössischen Wettbewerbsbehörde (Weko) mit 6,2 Millionen Franken gebüsst - das ist die Meldung des Tages. Patrick Ducrey, stellvertretender Direktor und Kommunikationsverantwortlicher der Weko, blickt im Gespräch mit «Handelszeitung Online» auf die vergangenen Wochen und Monate zurück. In unserer Bildergalerie unten sehen Sie ausserdem, welche Firmen die Weko 2012 ins Visier nahm.

«Handelszeitung Online»: Inwieweit stimmt der Eindruck, dass die Weko 2012 besonders aktiv beim Aussprechen von Bussen war?

Patrick Ducrey: Die Weko hat im 2012 gleich viele Untersuchungen wie 2011 abgeschlossen, aber tatsächlich mehr Sanktionen verhängt als im letzten Jahr.

Das heisst in konkreten Zahlen?
2011 waren es zwei Sanktionen, im auslaufenden Jahr fünf. Dafür haben wir 2011 wichtige Grundsatzentscheide zum Online-Handel und zum Informationsaustausch zwischen Konkurrenten abschliessen können - hier allerdings ohne Sanktionen.

Welches sind die Gründe für die Zunahme der Sanktionen: mehr Vergehen - oder sanktioniert die Weko konsequenter?
Eigentlich keine besonderen Gründe. 2012 sind einfach mehr Verfahren mit Sanktionen zum Abschluss gekommen.

Welches war Ihrer Meinung nach der brisanteste Fall?
Der BMW-Entscheid mit einer Busse von 156 Millionen Franken hat sicher am meisten Wellen geworfen, weil es um eine Marktabschottung der Schweiz ging und gezeigt werden konnte, inwiefern die Schweizer Konsumenten in einer solchen Konstellation geschädigt werden.

Welche Kategorie der Verfehlungen sticht besonders ins Auge?
Die zwei Bereiche «Marktabschottung» und «freie Preisbildung» - Stichwort Preiskartelle - standen im Zentrum unserer Aktivitäten.

In welchem Bereich stellen Sie im Vergleich zur Vergangenheit eine deutliche Verbesserung fest?
Das ist schwierig zu sagen. Wir gehen aber davon aus, dass jeder Entscheid von uns eine Signalwirkung für die Unternehmen und die Wirtschaft hat.

 

Bildergalerie: Diese Firmen nahm die Weko 2012 ins Visier

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