Die Wettbewerbskommission (Weko) ermittelt gegen Baufirmen wegen Wettbewerbsabsprachen im Unterengadin. Am Mittwoch und Donnerstag durchsuchte sie die Büroräumlichkeiten mehrerer Unternehmen.

Die Untersuchung wurde am Mittwoch eröffnet, wie Weko-Direktor Rafael Corazza heute der Nachrichtenagentur sda sagte. Die Weko habe Hinweise auf Wettbewerbsabsprachen im Hoch- und Tief- und Strassenbau im Unterengadin erhalten, so Corazza. Woher die Hinweise kamen, sagte er nicht.

Zuvor hatte der Baukonzern Implenia bereits mitgeteilt, dass seine Niederlassung in Zernez GR durchsucht worden war. Das Unternehmen kooperiere mit den Behörden. Parallel zu den Weko-Ermittlungen habe Implenia ausserdem eine interne Untersuchung eingeleitet, sagte Mediensprecher Philipp Bircher auf Anfrage.


Koordination und Absprachen

Wie es in einer Medienmitteilung der Weko heisst, dienten die Absprachen unter den Unternehmen dazu, die Zuteilung von Ausschreibungen zu koordinieren sowie Bauprojekte und Kunden aufzuteilen. Genauere Angaben dazu machte Corazza nicht. Auch liess er offen, gegen wie viele Unternehmen ermittelt wird.

Am Donnerstag will die Weko die Durchsuchungen der Büroräumlichkeiten abschliessen. Wann das Verfahren abgeschlossen werden wird, könne noch nicht gesagt werden, so Corazza. Erfahrungsgemäss dauere eine Untersuchung rund 18 Monate.

Im Januar hatte die Weko bereits diverse Baufirmen aus dem Kanton Aargau mit bis zu 1,44 Millionen Franken gebüsst, weil sie mit illegalen Mitteln den Markt verzerrt hatten. Implenia wurde damals mit 591'000 Franken zur Kasse gebeten.

(tno/aho/sda)