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Weko ermittelt gegen die Swisscom

Der schnellere Anschluss für die Postomaten hat ein Nachspiel. (Bild: Keystone)

Die Ausschreibung von Breitbandanschlüssen bei der Post gibt juristisch zu reden. Dabe geht es um den Verdacht des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung.

Von Jean François Tanda
am 06.07.2012

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat eine Untersuchung gegen den Telekom-Anbieter Swisscom eröffnet. Hintergrund ist eine Ausschreibung der Post von Anfang 2009. Der gelbe Riese schrieb damals Breitbandanschlüsse für Postfilialen und Postomaten aus. Alle Wettbewerber, die eine Offerte einreichen wollten, mussten dafür Vorleistungen bei der Swisscom beziehen. Diese kontrollierte das historische PTT-Anschlussnetz.

Von Sunrise verlangte Swisscom für ihre diese Vorleistungen einen Preis von 25 Millionen Franken. Daraufhin offerierte Sunrise für fast 30 Millionen Franken. Doch die Post entschied sich für einen anderen Anbieter: Für 20,5 Millionen Franken erhielt die Swisscom den Zuschlag – zu einem Preis, der mehr als zehn Prozent unter dem Preis liegt, den die Swisscom von Sunrise für Vorleistungen verlangt hatte. 

Drei Jahre später hat nun die Weko eine Vorabklärung gegen Swisscom eröffnet. Vizedirektorin Carole Söhner: «Wir schauen, ob es Anhaltspunkte gibt für Verstösse gegen das Wettbewerbsrecht.» Es geht es um den Verdacht des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung.

Während Sunrise das Vorgehen der Weko «begrüsst» sagt Swisscom-Medienchef Sepp Huber: «Wir haben in den über drei Jahren seit Mai 2009 verschiedene Male Stellung bezogen zu Fragen der Weko. Erst diese Woche wurde formell eine Vorabklärung eröffnet und uns ein weiterer Fragebogen der Weko zugestellt. Diese Vorabklärung soll zeigen, ob genügend Anhaltspunkte bestehen, um eine Untersuchung zu eröffnen. Somit ist alles offen.»

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