Nachrichtenagentur unter Verdacht:  Die Wettbewerbskommission (Weko) hat am 22. Februar eine Untersuchung gegen die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) eröffnet. «Die Vorabklärung hat Anhaltspunkte für unzulässige Verhaltensweisen der SDA ergeben», teilt die Weko mit.

Die Untersuchung soll laut den Wettbewerbshütern zeigen, ob die SDA ihre allfällige marktbeherrschende Stellung missbraucht hat, indem sie Konkurrenten behinderte. Es gebe Hinweise darauf, «dass das Preissystem der SDA darauf ausgerichtet war, die Konkurrenz zu schwächen, sie aus dem Markt zu drängen und gleichzeitig Markteintritte anderer Nachrichtenagenturen in die Schweiz zu verhindern», heisst es weiter.

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Besonders unter die Lupe nimmt die Weko die Umstände, welche zur Einstellung der Geschäftstätigkeit der SDA-Konkurrentin AP Schweiz im Februar 2010 führten. In diesem Zusammenhang geht es auch um die Rabattpolitik der SDA mit der Gewährung von Exklusivitätsrabatten, sowie die Koppelung von Angeboten. «Ausserdem wird in der Untersuchung geprüft, ob mit dem Preissystem auch Kunden benachteiligt wurden oder werden», schreibt die Weko.

Agentur sagt Zussammenarbeit zu

Die SDA, die selbst über die Untersuchung berichtet, schreibt, die Eröffnung der Untersuchung stelle keinesfalls eine Vorverurteilung dar und könne auch nicht als Indiz für ein unzulässiges Verhalten gewertet werden.

«Die Geschäftsleitung der SDA sichert der Weko die volle Unterstützung zu», heisst es von der Nachrichtenagentur. «Sie hat bereits im Rahmen der Vorabklärung sämtliche geforderten Angaben fristgerecht geliefert und volle Transparenz gewährt.» Derweil glaube man nicht, dass man mit ihrer Preis- und Rabattpolitik gegen das Kartellgesetz verstossen oder eine allfällige marktbeherrschende Stellung ausgenützt zu haben.

(tno/muv/sda)