Am Donnerstag, 5. November 2009, wird der Swiss Technology Award bereits zum 22. Mal vergeben; zum zweiten Mal im Rahmen des Swiss Innovation Forum (siehe Kasten). Nun stehen die neun Nominierten für die diesjährige Verleihung fest. Total haben sich in den vergangenen 21 Jahren rund 1800 Projekte für den Swiss Technology Award beworben und über 300 Firmen wurden ausgezeichnet.

Erfolgsquote von 70 Prozent

Die Nachhaltigkeit der prämierten Firmen ist gross: Mehr als 70% der Preisträger konnten ihre Innovationen erfolgreich auf dem Markt etablieren. Kaum ein anderer Wettbewerb kann hierzulande auf eine solche Traditions- und Erfolgsgeschichte zurückblicken. Nicht zuletzt deswegen rühmt sich der Swiss Technology Award mit dem Zusatz «Der führende Technologiepreis der Schweiz».

Doch was macht ihn so bedeutend? Dazu erklärt Fritz Fahrni, seit diesem Jahr Jurypräsident des Swiss Technology Award, davor Doppelprofessor an der ETH Zürich und der HSG (2000 bis 2008) sowie CEO von Sulzer (1988 bis 1999): «Einerseits sind es die klaren Kriterien. Es geht nicht um die Unternehmen, sondern um ihre Innovationen. Andererseits liegt es an der Bandbreite der Kandidaten, weil nicht nur Start-ups berücksichtigt werden, sondern auch traditionelle Betriebe und Konzerne, die schon vielfach den Beweis angetreten haben, was sie zu leisten imstande sind. Daneben ist es uns gelungen, ein grosses Medienecho zu kreieren, das nicht nur den Gewinnern zugute allein kommt.»

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Entsprechend gross war auch der Zulauf an Kandidaten, so Stefan Linder, CEO des Swiss Economic Forum, das den Swiss Technology Award verleiht: «In diesem Jahr hatten wir rund 40 Bewerbungen, wovon grob je ein Drittel aus der Westschweiz, aus dem Grossraum Zürich und aus dem Jurabogen stammten. Nebst renommierten Unternehmen freuten wir uns insbesondere über rund 15 Bewerbungen von Firmen, die höchstens fünf Jahre am Markt sind, darunter auch Spin-offs der ETH Zürich. Daneben haben sich auch noch Hochschulen sowie Institute wie die Empa, das CSEM oder das PSI beworben.»

Der Bewertungsablauf läuft folgendermassen: Eine Vorjury aus Technologie-Experten studierte in einem ersten Schritt alle eingegangenen Dossiers und nominierte die neun Finalisten. Diese präsentierten sich an einem Finaltag persönlich der Hauptjury. An dieser langen Veranstaltung bestimmt die Hauptjury die drei Gewinner für Gold, Silber und Bronze, die offiziell am Donnerstag, 5. November 2009, bekannt gegeben werden.

Kompetente Jurymitglieder

Die Hauptjury setzt sich neben Präsident Fritz Fahrni aus diesen Mitgliedern zusammen: Ursula Renold (Direktorin Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT), Frank Langlotz (Patentexperte Institut für Geistiges Eigentum IGE), Denis Grisel (Leiter Wirtschaftsförderung Kanton Bern), Hans-Joachim Güntherodt (Leiter Institut für Physik, Universität Basel), Michael Pohle (Leiter Konzernentwicklung BKW), Heinz Herren (Leiter KMU Swisscom), Joël Mesot (Direktor Paul Scherrer Institut PSI), Louis Schlappbach (ehemaliger Direktor Empa), Andreas Eckmanns (Leiter Forschungsbereich Gebäude, Solarthermie, Wärmepumpen, Bundesamt für Energie BFE), Rolf Wohlgemuth (Leiter Corporate Technology Siemens Schweiz), Daniel Mlynek (Vizepräsident R&D Fachhochschule Westschweiz HES-SO) und Peter Waser (General Manager Microsoft Schweiz).

 

 

NACHGEFRAGT Fritz Fahrni, Jury-Präsident des Swiss Technology Award


«Nicht jede Innovation ist gleich fassbar»

Welche Voraussetzungen muss ein Kandidat erfüllen, um sich für den Preis zu bewerben?

Fritz Fahrni: Wir konzentrieren uns im Rahmen der Beurteilung auf vier Punkte: Produkt oder Dienstleistung an und für sich; Innovationsgrad, das heisst, wie intelligent und attraktiv wird Technologie eingesetzt; Differenzierungsmöglichkeiten am Markt, sprich USP; Nutzen im geschäftlichen sowie gesellschaftlichen Umfeld. Zudem schauen wir, wie der Unternehmensteil wirkt, der eine Innovation einreicht - letztlich können wir nur dies beurteilen: Welche Ausstrahlung bringen die Kandidaten mit und welchen Drive hat das Team.

Weshalb wurden die nebenstehenden Kandidaten nominiert?

Fahrni: Wie in jedem Wettbewerb geht es darum, in Summe alle Bewertungskriterien am besten zu erfüllen. Unsere teilweise subjektiven Eindrücke werden dabei durch ein Punkteschema objektiviert. Vorgängig haben Technologie-Experten die Innovationen geprüft, anschliessend trifft die Jury den Entscheid.

Welche Kriterien sind entscheidend, um als Finalist den Preis letztlich zu gewinnen?

Fahrni: Die neun Finalisten erhalten die Gelegenheit, sich und ihre Innovation während 10 bis 15 Minuten zu präsentieren. Danach gibt es eine Fragerunde mit den Kandidaten sowie eine Diskussionsrunde der Jury. Pro nominiertes Unternehmen investieren wir rund eine Stunde. Zum Abschluss des Finaltages erarbeitet die Jury einen Quervergleich, ermittelt die Quersumme aus sämtlichen Bewertungskriterien und daraus ergeben sich die Gewinner für Gold, Silber und Bronze. Wir lassen auch Widersprüche zu, denn eine gewisse Subjektivität lässt sich nicht vermeiden. Wir versuchen aber, unsere Eindrücke zu objektivieren. Ein Problem dabei ist, dass nicht jede technologische Innovation gleich fassbar ist, wenn es darum geht, den Markt und den Nutzen zu beurteilen.

Was bringt der Swiss Technology Award den Gewinnern sowie den Finalisten?

Fahrni: Diese Trophäe ist eher unwesentlich. Wichtiger ist die Markt- und Breitenwirkung dank der Medienaufmerksamkeit. Der wesentlichste Teil ist ohne Zweifel der Motivationsschub innerhalb des Teams: Der Preis kann eine unternehmenskulturelle Stärkung auslösen, weil er sowohl eine Bestätigung als auch eine Befriedigung ist. Ebenso hilft der Preis, den Ruf des Siegers zu steigern. Und die Verlierer sagen sich vielfach: Jetzt erst recht. So gesehen ist es auch ein Ansporn, es beim nächsten Mal besser zu machen.