Fragwürdige Kontoeröffnungen hinter dem Rücken der Kunden kommen die US-Grossbank Wells Fargo teuer zu stehen. 185 Millionen US-Dollar muss die Bank bezahlen, weil Mitarbeiter Konten und Kreditkartenverträge auf Namen von Kunden eröffnet hatten, die davon nichts wussten. Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles, die Finanz-Konsumentenschutzbehörde CFPB und die Kreditwesen-Aufsicht OCC gaben die Strafe am Donnerstagabend bekannt. Die Banker hätten mit den Praktiken ihre Vertriebsziele übertreffen und dafür Bonuszahlungen einstreichen wollen.

Dem CFPB zufolge geht es um mehr als zwei Millionen Konten, von denen die Kunden möglicherweise nichts gewusst hatten. Die Bank hat bereits rund 5300 Mitarbeiter wegen der Fälle gefeuert. Die Strafe ist die höchste, die das CFPB jemals verhängt hat. Zusätzlich wolle die Bank die Kunden für gezahlte Gebühren und Kosten entschädigen, hiess es. Wells Fargo räumte die Fehler nicht ein, erklärte sich aber zu den Zahlungen bereit. Für die Entschädigung der Kunden habe die Bank insgesamt 5 Millionen Dollar zur Seite gelegt. Eine Banksprecherin sagte, in den Filialen arbeiteten aufs Jahr gesehen mehr als 100’000 Mitarbeiter.

(sda/mbü/hon)