Der Grossverdiener unter den US-Banken sitzt fernab der Wall Street: Wells Fargo aus San Francisco verdiente im dritten Quartal unterm Strich 5,7 Milliarden Dollar und damit knapp 200 Millionen Dollar mehr als JP Morgan Chase aus New York.

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum war dies bei Wells Fargo ein Plus von 3 Prozent. «Kredite und Spareinlagen haben stark zugelegt», erklärte Bankchef John Stumpf. «Wir sehen weiterhin Zeichen für eine beständig besser laufende Wirtschaft.»

Gute Zahlungsmoral der Kunden

Wells Fargo erwirtschaftet das Geld vor allem mit klassischen Bankprodukten für Privat- und Firmenkunden, während JPMorgan auch stark am Kapitalmarkt engagiert ist. Wells Fargo profitiert seit geraumer Zeit von einer guten Zahlungsmoral seiner Kunden, die ihre Kreditraten pünktlich überweisen.

Dagegen muss JP Morgan Chase hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten insbesondere in seinem Kapitalmarktgeschäft verdauen. Die beiden Banken legten kurz hintereinander ihre Geschäftszahlen vor.

Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Rivalen

Wells Fargo ist einer der grössten Hausfinanzierer in den Vereinigten Staaten und die wertvollste Bank des Landes an der Börse. Beim Gewinn liefert sich das Institut von der Westküste ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Rivalen von der Ostküste.

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Die Anleger waren jedoch mit dem Abschneiden beider Finanzkonzerne nicht ganz zufrieden. Die Aktien fielen vorbörslich jeweils um ein halbes Prozent. Einer der grössten Aktionäre von Wells Fargo ist Starinvestor Warren Buffett.

(awp/dbe/ama)