Der lange Marsch gen Westen geht weiter:  Nach der China Construction Bank im Jahr 2016 wird auch die Industrial and Commercial Bank of China in Zürich eine Niederlassung eröffnen. Seit Monaten laufen offenbar die Vorbereitungen bei der weltgrössten Bank. Die ICBC hat eigens ein «Preparatory Team for Zurich Branch» eingesetzt, das zwischen China und der Limmatstadt pendelt.

Gemäss einer mit dem Dossier vertrauten Person soll der Verwaltungsrat der ICBC noch diesen Monat in Peking den finalen Entscheid über die Zürich-Filiale fällen. Danach wird die chinesische Grossbank bei der Finanzmarktaufsicht Finma das Gesuch für eine Banklizenz stellen. Erfahrungsgemäss dauert die Bearbeitung zwischen vier und sechs Monate. ICBC war bis Redaktionsschluss für eine offizielle Stellungnahme nicht zu erreichen.

In Staatsbesitz

Gemessen an der Bilanzsumme von umgerechnet 3,4 Billionen Franken  ist ICBC die weltgrösste Bank. Sie beschäftigt über 350‘000 Mitarbeiter und gehört mehrheitlich dem Staat. Bankchef Jiang Jianqing verdiente im letzten Geschäftsjahr umgerechnet 80 000 Franken. Die Bande der ICBC zum Schweizer Bankenplatz bereits jetzt innig. So war Credit Suisse vor gut zehn Jahren federführend beim Börsengang der ICBC. Gleichzeitig unterhält die CS mit der chinesischen Grossbank ein Joint Venture, an dem die Schweizer mit 20 Prozent beteiligt sind. Der gemeinsame Asset Manager hat seinen Sitz in Hongkong und zählt 400 Mitarbeiter.

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