Zwei Astronauten machen einen Weltraumspaziergang. Arbeiten am Hubble-Weltraumteleskop stehen an. Plötzlich wird das durchs All gleitende High-Tech-Fernrohr von Weltraummüll getroffen. Die Astronauten werden weggeschleudert und kämpfen im weiten All ums Überleben.

Die Szene stammt aus dem Hollywood-Streifen «Gravity» mit George Clooney und Sandra Bullock. Doch was im Film wie Science Fiction anmutet, ist auch in der Realität eine grosse Bedrohung. Denn: In der Umlaufbahn der Erde hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eine gigantische Wolke aus Schrott gebildet. Sie sind eine Gefahr für Satelliten, die besetzte Raumfahrt und eben das Hubble-Teleskop.

Die Internationale Raumstation (ISS) muss denn auch ein Ausweichmanöver einleiten, um nicht von solchen Teilen getroffen zu werden. Das Problem ist vor allem die hohe Geschwindigkeit der Fragmente im Orbit. Sie können bis zu 25'000 Kilometer pro Stunde schnell sein. Schon kleinste Teile können daher enorme Schäden verursachen.

Anzeige

Wichtig für das alltägliche Leben

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin will sich nun des Problems annehmen. Laut «Washington Post» hat das Unternehmen vom Pentagon einen Auftrag in der Höhe von knapp einer Milliarde Dollar erhalten. Lockheed Martin soll einen sogenannten «Space Fence», also einen «Weltraum-Zaun» entwickeln. Dabei handelt es sich um ein ein Radarsystem, das von der Erde aus die schier unendliche Menge an herumflitzenden Schrott-Teilen ausfindig machen. Auch kleinste Fragmente sollen die Radare entdecken können.

Ein Militär-Sprechen sagte laut «Washington Post», dass der Weltraum-Zaun sehr wichtig für die Nationlale Sicherheit und das alltägliche leben sei. Denn der Weltraumschrott könne Satelliten für Fernsehen und GPS-Kommunikation zerstören. Gemäss Experten könne der «Zaun» auswerten, wohin die Teile fliegen und ob tatsächlich eine Gefahr für Satelliten bestehe.

Hoffnungen ruhen auf neuem System

Lockheed Martin erhält vom Pentagon für das System gut 915 Millionen Dollar. Stationiert werden soll es im Nirgendwo im Pazifik, auf den Marshall Islands.

Neu ist ein solches Schutzsystem vor Weltraumschrott nicht. In den USA gibt es ein solches seit 1961. Da dieses jedoch mittlerweile veraltet ist und die Unterhaltungskosten riesig sind, hat das Pentagon 2013 beschlossen, das System einzustellen. Es kann derzeit rund 20'000 Trümmerteile im Orbit orten. Davon haben eine Mehrheit eine Grösse von mehr als zehn Zentimetern. Vom neuen System des Konzerns Lockheed Martin erhoffen sich die Wissenschaftler, bis zu zehnmal mehr Fragmente entdecken zu können.