Nach der Pannenserie beim «Dreamliner» von Boeing müssen die Maschinen des US-Herstellers vorerst am Boden bleiben. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) teilte mit, der von der US-Luftfahrtbehörde FAA angeordnete Flugstopp für die Flugzeuge gelte weltweit.

Der Entscheid betrifft auch Zürich, denn Qatar Airways fliegt mit dem «Dreamliner» neu auch den Flughafen in Kloten an. Zum ersten Mal landete dort eine Boeing 787 am Morgen des 14. Januar. Ab dem 1. Februar soll der «Dreamliner» die Strecke Zürich-Doha eigentlich täglich bedienen. 

«Handelszeitung Online» hatte aus informierten Kreisen bereits zuvor erfahren, dass Qatar Airways den Betrieb ihrer fünf Boeing 787 «Dreamliner» bis zur Aufklärung der Pannenserie einstellen wird.

Wie das «Newsnet» schreibt, plante auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), das Pannenflugzeug unter die Lupe zu nehmen. Allerdings wird es dazu wohl nicht mehr kommen, da der «Dreamliner» von Qatar Airways derzeit nicht in Zürich steht.

«Schwerwiegenden Vorfall»

Schon 2012 waren mehrmals technische Probleme bei der Boeing 787 gemeldet worden, zuletzt sorgten dann binnen kürzester Zeit Treibstofflecks, eine gesprungene Cockpit-Scheibe und ein Batteriebrand für Aufsehen.

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Grund für das aktuelle Flugverbot sind die Probleme mit den Batterien des Flugzeugs. Im japanischen Takamatsu hatte eine Boeing 787 der All Nippon Airways (ANA) wegen Batterieproblemen und Brandgeruch an Bord notlanden müssen. 

Das japanische Verkehrsministerium bewertete die Notlandung als «schwerwiegenden Vorfall», der zu einem Unglück hätte führen können. 

Lithium-Ionen-Akkus

Bei den Batterien handelt es sich nach FAA-Angaben um Lithium-Ionen-Akkus. Dieser Typ wird auch in Handys, Digitalkameras oder Notebooks eingesetzt, weil er auf kleinen Raum viel Strom speichern und lange halten kann. Jedoch gab es auch bei diesen Elektronikgeräten immer wieder Fälle brennender oder schmorender Batterien. Die im japanischen Kyoto ansässige Firma GS Yuasa liefert die Lithium-Ion-Batterien für Boeings Langstreckenflieger.

Beim «Dreamliner» würde den Gründen für die Brandgefahr bei den Batterien gerade nachgegangen, erklärte die FAA. Sie hatte erst in der vergangenen Woche eine weitreichende Untersuchung vor allem der elektrischen und mechanischen Systeme gestartet, nachdem sich die Pannen gehäuft hatten. Damals erklärte die Behörde den «Dreamliner» aber noch grundsätzlich für flugtauglich

In Europa hat bislang nur die polnische Fluggesellschaft LOT «Dreamliner» in Betrieb. Am Mittwoch hatte die Gesellschaft eine der Maschinen erstmals auf einen Langstreckenflug geschickt.

(jev/tno/sda/awp)

Boeings «Dreamliner»: Pleiten, Pannen, Zürich-Pläne

 

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