Das Geschäftsjahr 2009 war für die Nutzfahrzeughersteller ein hartes Jahr. Die ersten Ergebnisse der wichtigsten Hersteller zeigen, dass fast bei allen rote Zahlen nicht zu vermeiden waren. Die Beurteilung des vergangenen Jahres fällt allerdings bei den einzelnen Chefs der europäischen Hersteller unterschiedlich aus. Andreas Renschler, im Vorstand des Daimler- Konzerns verantwortlich für das weltweite Nutzfahrzeuggeschäft, ist der Meinung, dass der weltweit führende Hersteller dank gezielter Massnahmen «relativ gut durch das Krisenjahr gekommen ist» (siehe auch Seite 55). Für den gesamten Nutzfahrzeugbereich weist Daimler ein negatives Betriebsergebnis von 792 Mio Euro aus.Der ganze Konzern weist ein negatives Betriebsergebnis von - 2,6 Mrd Euro aus. Georg Pachta-Reyhofen, Vorstandssprecher der MAN-Gruppe, betrachtet das operative Ergebnis von 504 Mio Euro als «einen bemerkenswerten Erfolg». Die Nutzfahrzeugsparte von MAN blieb mit 51 Mio Euro knapp in den schwarzen Zahlen. Gesamthaft verbleibt allerdings für den ganzen Konzern ein Verlust von 258 Mio Euro.

Sondervorgänge, wie hohe Abschreibungen an der Beteiligung an Scania, sowie die Millionenbussen wegen der Korruptionsaffäre belasteten das Ergebnis um mehr als 700 Mio Euro. Leif Östling, CEO von Scania, weist darauf hin, dass der Hersteller trotz eines 41% geringeren Absatzvolumens für 2009 einen Gewinn von 109 Mio Euro ausweisen kann. Arg gebeutelt von der Wirtschaftskrise wurde der weltweit zweitgrösste Nutzfahrzeugherstel-ler Volvo Trucks. Der schwedische Industriekonzern weist für den Bereich Nutzfahrzeuge/Busse einen Verlust von 11,155 Mrd sKr oder umgerechnet 1,08 Mrd Euro aus, der gesamte Konzern ein Minus von 1,643 Mrd Euro.

Nach Meinung der Unternehmensführer hat die Branche die Talsohle erreicht, auf jeden Fall sind bei den meis-ten Herstellern die Auftragseingänge nicht mehr rückläufig. Zudem machen sich in einigen Märkten bereits wieder positi-ve Aufschwungstendenzen bemerkbar. In Brasilien beispielsweise will MAN Nutzfahrzeuge bereits im März eine dritte Schicht einführen. Aber auch in den übrigen BRIC-Staaten (Russland, Indien und China) bereiten sich Europas Nutzfahrzeughersteller auf ein Anziehen der Nachfrage nach Lastwagen vor. Mit Joint Ventures und Beteiligungen an chinesischen Herstellern soll dieser Riesenmarkt in Zukunft Schritt für Schritt erschlossen werden. Besteht doch in China ein enormes Potenzial an Nutzfahrzeugen, die jedoch auf die dortigen speziellen Bedürfnisse zugeschnitten sein müssen.

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