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Weniger Entlassungen? Lonza widerspricht Unia

Werk von Lonza

Lonza-Werk in Visp: Der Konzern klagt über mangelnde Profitabilität. (Bild: Keystone)

Quelle: Keystone

Die Unia hat verkündet, dass bei Lonza weniger Mitarbeiter entlassen werden als bisher erwartet. Der Konzern wirft der Gewerkschaft eine «irreführende Kommunikation» vor.

Veröffentlicht am 21.01.2013

Der Feinchemiekonzern Lonza kann die von der Gewerkschaft Unia heute gemachten Angaben zum reduzierten Stellenabbau in Visp nicht bestätigen. Lonza «bedauert diese irreführende Kommunikation durch die Gewerkschaft Unia, da für viele betroffene Mitarbeiter noch keine interne Lösung gefunden werden konnte», heisst es in einer Mitteilung.

Eine definitiv abschliessende Zahl der Entlassungen stehe erst nach Umsetzung des Stellenabbaus und Abschluss der internen Stellenvermittlung fest, heisst es. Bei der Umsetzung des geplanten Abbaus von 400 Arbeitsplätzen am Standort Visp steht gemäss Lonza «eine möglichst sozialverträgliche Umsetzung der geplanten Abbaumassnahmen im Vordergrund».

Mindestens zwei Drittel des Abbaus sollen durch interne Verschiebungen, natürliche Abgänge, Frühpensionierungen und durch die Reduktion der Anzahl an temporären Arbeitskräften erreicht werden. Lonza zeigt sich zuversichtlich, dass die Zahl der nötigen Entlassungen unter diese ursprünglich kommunizierte Grössenordnung von rund einem Drittel gesenkt werden kann.

Gemäss einer zuvor publizierten Mitteilung der Gewerkschaft Unia konnte die Zahl der Entlassungen für Angestellte im Kollektivarbeitsvertrag reduziert werden. Nach Abschluss des Konsultationsverfahrens spreche das Management noch von «rund einem Dutzend» Entlassungen, so Unia. Dies gelte zumindest für die Angestellten, welche dem Kollektivarbeitsvertrag (KAV) unterstehen.

Die Unia zeigte sich ausserdem überzeugt, dass mit etwas gutem Willen bis im März, wenn das Kündigungsverbot ausläuft, die Zahl Null erreichbar sei.

Interne Fluktuation und vorzeitige Pensionierungen

Ebenfalls gesenkt werden konnte laut Unia die Zahl der angekündigten Entlassungen bei den Einzelarbeitsverträgen (EAV). Weil die für diesen Bereich zuständige Arbeitnehmervertretung ein Unterstützungsangebot der Gewerkschaft abgelehnt hatte, habe die Unia Entlassungen hier nicht vollständig verhindern können.

Lonza hatte Ende Oktober angekündigt, im Werk in Visp 400 der 2800 Stellen zu streichen. Der Chemie- und Pharmazulieferer begründete den Abbau mit mangelnder Profitabilität. Der Abbau sollte zu zwei Dritteln durch interne Fluktuation und vorzeitige Pensionierungen erfolgen. Beim restlichen Drittel, welches rund 130 Stellen entspricht, drohten Entlassungen.

Mitte Januar bestätigte ein Lonza-Sprecher dann einen Bericht der Zeitung «Sonntag», wonach es voraussichtlich zu weniger als 130 Kündigungen kommen soll.

(tno/awp/sda)

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