Der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen der wichtigsten Schweizer Firmen ist gesunken. Er hat im Vergleich zum Vorjahr auf 7 Prozent nachgegeben, von 8 Prozent im Vorjahr.

Bei den 118 grössten Arbeitgebern in der Schweiz verliessen elf Frauen die Geschäftsleitung und nur neun rückten nach, wie aus dem am Mittwoch publizierten «Schilling-Report» hervorgeht. Eine Mehrheit von 59 Prozent der untersuchten Unternehmen beschäftigt gar keine Frau in der Geschäftsleitung.

Nur 22 Prozent der Frauen werden im Unternehmen befördert

«Diese Entwicklung ist enttäuschend», sagt Guido Schilling an der Medienkonferenz zum Schillingreport 2018. Im Vorjahr hätten andere Vorzeichen Hoffnung gemacht, weil so viele Frauen wie nie in Konzernspitzen und Verwaltungsräte geholt worden wären. Zu jener Zeit war der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen von 6 auf 8 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung hat sich durch die erhöhten Abgänge von weiblichen Top-Managerinnen umgekehrt. Schilling kritisiert: «Den Schweizer Firmen gelingt es nicht, den Frauenanteil nachhaltig zu steigern.»

Zentral für die Zukunft ist der Blick auf die «Pipeline», also die Mitarbeiter im unteren und mittleren Management, die potenziell in die obersten Etagen nachrücken können. Hier zeigt der Vergleich bei Firmen in der Privatwirtschaft: Nur 22 Prozent der Frauen wurden intern in die Geschäftsleitung berufen, während es bei den Männern 67 Prozent der Beförderten sind. Auch hier ist also noch deutlich Luft nach oben. 

«Gender Diversity Pipeline» ist wichtig

«Die Gender Diversity Pipeline wird in Zukunft sehr wichtig sein, weil sich aus der Pipeline die nachwachsenden Führungskräfte rekrutieren», sagt Guido Schilling

Der Blick auf die Verwaltungsräte zeigt, dass die Entwicklung in kleinen Schritten positiv ist. Der Frauenanteil ist hier auf 19 Prozent gestiegen. Im Vorjahr lag er bei 17 Prozent. 25 Prozent der Neuzugänge waren Frauen. 

Dax versus SMI

Wie es mit der Gleichstellung schneller vorwärts gehen könnte, zeigt Deutschland. Dort sind börsenkotierte Unternehmen seit 2016 zu einer Frauenquote für den Aufsichtsrat verpflichtet.

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In den Aufsichtsräten der am deutschen DAX kotierten Firmen steigerte sich der Frauenanteil auf 32 Prozent (Vorjahr: 30 Prozent). Das ist deutlich höher als der Anteil in Swiss Market Index (SMI) kotierten Firmen mit 23 Prozent (Vorjahr 21 Prozent).

Mit Material von sda.