Die Bankengruppe Vontobel hat im ersten Semester des laufenden Jahres einen Reingewinn von 66,6 Millionen Franken erwirtschaftet, was einem Rückgang von 15 Prozent entspricht. Insgesamt sind der Bank Neugelder von 5,3 Milliarden Franken zugeflossen, gegenüber 3,4 Milliarden Franken vor Jahresfrist, wie Vontobel am Freitag mitteilte.

Die verwalteten Vermögen beliefen sich per Mitte Jahr auf 90,5 Milliarden Franken, nach 82,2 Milliarden Franken per Ende 2011. Insgesamt waren der Vontobel-Gruppe Kundenvermögen von 139,4 Milliarden Franken (Ende 2011: 131,6 Milliarden) anvertraut, heisst es weiter.

Der Betriebsertrag der Vontobel-Gruppe ging im Vergleich zur Vorjahresperiode um 6 Prozent auf 390,1 Millionen Franken zurück. Der Geschäftsgang sei durch schwierige Märkte und die damit verbundene Zurückhaltung der Kunden belastet worden, kommentiert die Bank. Der Geschäftsaufwand konnte um 5 Prozent auf 310,2 Millionen Franken gesenkt werden.

Robuste Eigenkapitaldecke

Weiterhin besitzt die Bank eine robuste Eigenkapitaldecke mit einer BIZ-Tier-1-Ratio von 24,8 Prozent nach 23,3 Prozent per Ende 2011. Das Eigenkapital beläuft sich auf unverändert auf 1,5 Milliarden Franken.

Mit den ausgewiesenen Zahlen hat die Bankengruppe die Markterwartungen in allen Belangen klar übertroffen. Von AWP befragte Analysten rechneten im Durchschnitt mit einem Betriebsertrag von 372 Millionen Franken, einem Gewinn nach Minderheiten von 47,7 Millionen und Kundengeldern von 86,5 Milliarden Franken. Der Neugeldzufluss wurde auf 2,8 Milliarden Franken geschätzt.

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Vontobel erwartet, dass sich der Strukturwandel in der Vermögensverwaltung noch beschleunigen und damit auch den Geschäftsverlauf und die Profitabilität der gesamten Branche belasten wird, wie die Bank weiter schreibt. Den Herausforderungen soll mit einer «klaren Fokus- und Wachstumsstrategie» begegnet werden.

In der Schweiz wolle die Gruppe ihre starke Marktstellung festigen und gleichzeitig das internationale Privatkundengeschäft an den «neuen Realitäten» ausrichten. Dazu gehöre eine höhere Auslastung der Buchungsplattform. Des weiteren gehörten die Internationalisierung des Derivatgeschäfts und die weitere Expansion im Asset Management zu den wichtigsten Wachstumstreibern.

Vontobel bekräftigte ausserdem die mittelfristigen Ziele: Diese sehen bis ins Jahr 2014 einen Betriebsertrag von 1 Milliarde Franken, Kundenvermögen von 175 Milliarden Franken und eine Eigenkapitalrendite von über 10 Prozent vor. Das Aufwand-/Ertragsverhältnis solle dabei 75 Prozent nicht überschreiten.